2012 – irgendwie muss es weitergehen

Das Jahr 2012 war für mich ein Jahr um wieder zur Ruhe zu kommen – irgendwie. Die Amitryptillin-Tabletten hatte ich relativ schnell wieder abgesetzt, da sie meine Gefühle zwar beruhigen, mich aber in der Persönlichkeit auch ruhigstellten.

Wir begannen als Paar wieder zueinander zu finden. Ich fühlte mich im Haus wieder „zuhause“, hatte nicht jedesmal wieder Angst, nach Hause zu kommen und meine gepackten Koffer zu finden mit der Bitte auszuziehen, oder zitterte bei jedem Telefonanruf, bei jeder Abwesenheit meines Mannes lief das Kopfkino.

Ich kämpfte dagegen an. Kämpfte für mich.

Im November 2011 hatte ich nach einem Streit endlich die Kraft mich von meinem zwar sicheren, aber absolut schlechtbezahlten und schlechtbehandelten Job zu lösen. Nach einer Diskussion in der mein Chef mein Gehalt kürzen wollte (ich sollte mir in Zukunft die Verantwortung für ein Projekt mit einer Kollegin teilen, würde also nicht mehr die alleinige Verantwortung tragen und daher würde ich auch keinen „Bonus“ mehr verdienen. (das ich dieser Kollegin komplett Excel, Word, Powerpoint und sonstiges vorher beibringen müsste, hat er mal glatt unter den Tisch fallen lassen)), die im Endeffekt in Tränen endete (der Geschäftsführer, der Prokurrist und der Abteilungsleiter saßen mir gegenüber und haben auf mich eingeredet („wir verstehen, dass sie das jetzt noch nicht als positiv sehen, aber wenn sie zuhause noch mal darüber nachdenken…“)) fuhr ich nach Hause und ließ mich krankschreiben.

Für die nächsten 4 Monate blieb ich zuhause – ich war einfach fertig, körperlich, nervlich und überhaupt.

Dazu kam immernoch das kümmern um meine Schwiegermutter. Ihr Zustand war jetzt „stabil“ was im Endeffekt bedeutete, dass er sich zwar nicht verschlechtern, aber eben auch nicht mehr bessern würde. Jeden Freitag waren wir mit „Babysitten“ dran damit mein Schwiegervater ein bischen Zeit für sich hatte, verbrachten wir den Freitag nachmittag und abend bei ihr.

Im März 2012 wurde der Sohn von seinem Bruder geboren und machte damit auch diese Seite zu Großeltern. (Meine Eltern waren ja schon 2007 mit der Geburt meines ersten Neffen zu Großeltern geworden)

Im März 2012 begann ich auch eine neue Arbeit. Nachdem ich den sicheren Job über 7 Jahre behalten hatte (eigentlich nur wegen des Festvertrages und der Kinderwunschbehandlung) musste ich jetzt wieder neu mit einem 18 monatigem Vertrag beginnen. Die Arbeit machte mir Spaß, ich wurde gefördert, gelobt und die Kollegen waren qualifiziert und engagiert.

Im April 2012 informierte mein Bruder uns, dass es „einen kleinen Unfall gegeben hätte“ und das Ende Dezember das dritte Kind kommen würde.

Im Mai 2012 setzte ich die Pille ab mit Absprache meines Mannes. Ich hatte mich schon seit längerem damit nicht mehr wohlgefühlt. Die Chance spontan schwanger zu werden lag zwar auch ohne Pille bei unter 0,1 %, aber es war mehr als ein absolutes 0% mit Pille. (ja ich weiß, auch die Pille ist nicht 100% sicher, aber in meiner Rechnung kam ich damit nicht mehr klar)

Es folgte eine kurze Abbruchblutung und danach nichts mehr. In dem Moment war ich noch so entspannt wie möglich. Der Kinderwunsch war zwar immer noch da, aber eben im Hintergrund. Erst kam die neue Arbeit, dann wenn ich irgendwann im September 2013 auch dort einen Festvertrag hätte würde ich wieder mit der Behandlung anfangen. Bis dahin hätte ich dann auch meinen Mann davon überzeugt…

Im Sommer 2012 wurde eine Freundin von mir schwanger. Sie erzählt es mir nicht direkt sondern ihr Mann erwähnte es meinem Mann gegenüber. Bisher hatte sie immer gegen Kinder gewettert, wollte nie welche, weil die Figur damit ja ruiniert würde und man dann ja komplett vom Mann abhängig würde. (im nachhinein erzählt sie mir dann irgendwann, das es 2 Jahre gedauert hätte und sie auch Probleme mit der Schilddrüse gehabt hätte) 

Im August 2012 löste ich nach Absprache mit meinem Frauenarzt einmal die Regel mit Chlormadinon 2mg über 10 Tage aus.

Ich informierte mich ein bischen über Homöopatische Mittel. Einige Male war ich auch bei einer Homöopathin, diese wollte aber erstmal meinen Körper von Grund auf neu reinigen und gab mit nach seltsamen Ausbalancieren einige Mittel, deren Wirkung ich nicht nachvollziehen könnte. Das war nichts für mich. Im Internet durchsuchte ich mehrere Foren, fand Ovaria Comp für mich sehr passend, genau wie Bryophyllum und nahm diese ein. Da ich auch mit Ovu-tests keinen Eisprung identifizieren konnte, blieb es meistens bei Ovaria Comp.

Im November kam es zu einem erneuten Streit zwischen meinem Mann und mir. Auf einem Konzert lieferte ich ihm eine Szene. Ich fühlte mich unbeachtet, ungeliebt war eifersüchtig auf die dritte (eine Freundin mit der sich mein Mann eben auch gut versteht war mit dabei) und der Abend endete damit,  dass wir das Konzert verliessen und nach Hause fuhren.

Ich war schon öfter eifersüchtig auf eben diese Freundin gewesen. Obwohl sowohl er als auch sie mir erzählten, dass dort nie etwas gelaufen wäre und laufen würde, knirschte ich teilweise mit den Zähnen vor Wut wenn er mit ihr telefonierte oder sich mit ihr traf. Egal ob ich dabei war oder nicht, ich war sauer.

Nun also der Streit im Konzert. Wir fuhren nach Hause und wussten nicht weiter, wiedereinmal.

Unsere Hausärztin schrieb uns eine Woche krank, wir suchten uns Hilfe bei einer Eheberatung. In den folgenden Wochen gingen wir ca. 1x pro Woche zu einer netten älteren Frau und ließen sie unser Verhalten vorhalten, reflektierten unsere Gefühle und ich fühlte mich endlich einmal verstanden und ernst genommen. Leider mussten wir diese Sitzungen selber zahlen. Mit 80€ pro Stunde könnten wir uns das nicht allzulange leisten, doch im Moment war es hilfreich und wichtig für uns.

So endete 2012. Keine Kinder, keine stabile und sichere Beziehung.

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