Mein Bericht zum Aktionstag PCOS im Endokrinologikum am 31.08.2013

Am letzten Samstag war es endlich soweit. Das Endokrinologikum hat einen Aktionstag zum Thema PCOS veranstaltet und ich hatte mich angemeldet.

Um 10 Uhr ging es los. Zum Glück hatte ich vorher nochmal auf den Flyer geschaut. Dort stand als Adresse nämlich nicht mein normales Endokrinologikum, sondern eine „Außenstelle?“ im Haferweg. Hups, da wäre ich doch glatt zur falschen Adresse gefahren. Naja, hat ja noch geklappt…

Am Eingang hat jeder erstmal ein Namensschildchen bekommen und man hat sich in eine Teilnehmer- Liste eingetragen. Dann ging es in den Vortragsraum.

Dort standen schon Tee, Kaffee und Säfte für alle bereit, an der Wand waren 2 Stände aufgebaut. Einmal hat sich der Selbsthilfeverein PCOS vorgestellt (Die haben auch diese Veranstaltung organisiert) und dann noch die Einhorn-Apotheke (Die waren Sponsor). Wer mochte, konnte sich vieles mitnehmen. Es gab Becher, Kugelschreiber, Pfefferminz, DVDs, Flyer, USB-Sticks, kleine Proben für die Haare… das war echt super.

In der Pause gab es noch für alle das Buch von Prof. Dr. Keck „Neue Wege bei unerfülltem Kinderwunsch“ von 2008 in dem nochmal alle Behandlungswege der künstlichen Befruchtung sehr ausführlich und schön beschrieben werden.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr gut besucht. Von ca 150 Menschen waren ca 10 Arzthelferinnen oder Ärzte, ca 20 Männer und der Rest wohl betroffenen Frauen. Es war schon ein schönes Gefühl, so viele Gleichgesinnte zu treffen. Ich habe mich in den Pausen ein bischen mit den anderen unterhalten und man ist wirklich nicht alleine mit seinen Problemen.  Auch die Dozenten der einzelnen Vorträgen standen für Fragen bereit.

Die Damen vom Selbsthilfeverein PCOS haben wirklich eine super Veranstaltung auf die Beine gestellt. Die Vorträge selber waren schon interessant, aber es gab ja auch noch jede Menge drum rum. In der ersten Pause gab es für alle etwas Obst und Müsliriegel, in der Mittagspause jede Menge belegte Brötchen und eine Erdnuss-Lauch-Suppe, dazu Flyer und Broschüren und das ganze kostenlos!!! Ich kann nur sagen: Vielen Dank!!

Obwohl ich in Sachen PCOS wohl eher ein „alter Hase“ bin und einfach vieles schon wusste, habe ich doch noch einiges gelernt:

 

Meine neuen Erkenntnisse:

–          Metformin wird als „Mittel der Wahl“ bei PCOS empfohlen und verschrieben.

–          Es gibt inzwischen 9 verschiedene Metformin-Hersteller. Wer eine Sorte nicht verträgt, sollte auf eine andere wechseln bevor er das ganze aufgibt

–          Eine Gewichtsabnahme unter Metformin hat sich nur bei Menschen (ja auch Männer bekommen Metformin) mit einem BMI über 30 gezeigt

–          Im Endokrinologikum empfehlen sie die unveränderte Weiternahme von Metformin auch in der Schwangerschaft. Auf jeden Fall in den ersten 12 Wochen, danach aber auch bis zur 36. Woche. Es gibt wohl keine Forschungen, die negative Wirkungen zeigen. Metformin kann in der Schwangerschaft helfen, einen Schwangerschaftsdiabetis zu verhindern.

–          Metformin wirkt noch bis zu 5 Tagen im Körper nach. Ein Absetzen von 1 Tag z.B. vor einer OP bringt daher überhaupt nichts.

 

–          Die Erkrankung heißt PCOS, nicht PCO. PCO sind nur die Polyzystischen Ovarien, das S bedeutet Syndrom und umfasst das gesamte Krankheitsbild

–          Es geht mir im Vergleich zu anderen ziemlich gut. Ok, ich habe noch keine Kinder, aber die Begleiterscheinungen von PCOS sind bei mir nicht so ausgeprägt. Ich habe weder einen extremen männlichen Haarwuchs, noch Haarausfall,  Akne oder eine Schwarzfärbung der Haut. Was dort gezeigt wurde, also die Frauen taten mir schon sehr leid. Mir sieht man es optisch eigentlich nicht an. Gut Übergewicht, aber das kann ja auch woanders herkommen.

–          Viele Frauen haben vor der Diagnose PCOS einen ziemlichen Marathon hinter sich, also viele Ärzte, viele Versuche mit irgendwelchen Medikamenten, lange Wartezeiten… auch da geht es mir sehr gut. Meine FÄ hat das damals gleich gesehen und mich ziemlich schnell ans Endokrinologikum überwiesen.

–          Es gibt nicht DIE richtige Ernährung bei PCOS. Jede Frau ist einzigartig und daher muss jeder die passende Ernährung für sich finden. Das Wichtigste ist aber, dass man eine vernünftige Umstellung  zu gesunder Ernährung macht und sie auch durchhält.

–          PCOS wird von der Mutter auf die Tochter vererbt. Es gibt Studien, bei denen schon 8 jährigen Mädchen, die wohl PCOS haben (da gibt es auch in dem jungen Alter schon Anzeichen für wie Gewicht, Behaarung, Wahrscheinlichkeit), Hormonblocker (?) verabreicht werden und die dann eine bessere Chance haben, später nicht mehr am PCOS zu leiden.

 

Der Tag hat von 10 Uhr bis ca. 16.30 Uhr gedauert. Ich fand ihn sehr informativ und bin beim nächsten gerne wieder dabei.

War von euch vielleicht auch jemand da? Ich würde mich über Kommentare sehr freuen!

 

Liebe Grüße

 

Kaya

 

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Eine Antwort

  1. Liebe Kaya,
    vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, ich habe mit Spannung drauf gewartet! Einiges war mir bekannt, anderes ziemlich neu. Das mit dem Metformin in der Schwangerschaft hat mir meine Gyn auch so gesagt. Aber die FG lag ja nicht am Metformin, mein Körper wollte den Floh ja halten – insofern werde ich auch beim nächsten Mal das Metformin nicht absetzen.

    Das mit der „Sorte“ kann ich bestätigen. Ich hatte erst ein „Ersatzpräparat“ von einem anderen Hersteller als auf meinen Rezept, das ging nicht gut. Mit dem, das auf dem Rezept stand, komme ich sehr gut klar. Ich würde auch immer erstmal einen anderen Hersteller ausprobieren, wenn du nicht gut klar kommst.

    LG
    ZweiLinien

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