Vom Taktgefühl anderer Menschen.

Ich habe mich gestern mit 2 Freundinnen getroffen. So richtige Freundinnen im Sinne von „Wir unternehmen viel zusammen“ und „wir erzählen uns alles“ sind es nicht, wir treffen uns eben ab und zu, trinken Tee (oder Sekt = sie) und plaudern ein bischen. Die beiden sind ganz nett, aber eben nie so richtig auf meiner Wellenlänge.  Die beiden sind 5 oder 6 Jahre jünger als ich, kennengelernt haben wir uns, da mein Mann mit deren Männern befreundet ist. Sie sind beide im Abstand von 5 Wochen (Januar + Februar) dieses Jahr das erste Mal Mütter  geworden.

Nennen wir sie F und J.

Also zu gestern:

Der Abend war irgendwie komisch. Für mich.

Die beiden haben sich abwechselnd versichert, wie viel sie trotz den Kindern arbeiten, was für tolle Klamotten sie gekauft haben (bei Baby Zara…) dazu haben sie ein Sektchen getrunken (Stillen tun beide nicht), von Plänen erzählt (die eine will neue Terassen-Fenster einbauen lassen. Ja die alten sind noch gut und heil aber sie wollen jetzt unbedingt Schiebetüren haben / die andere baut gerade ein Haus und überlegt, wo sie diese Fensterbänke in schwarz mit Glitzer herbekommt), das das mit dem einen Kind ja ganz schön und nett ist, aber ein zweites? Vielleicht schon aber nicht so schnell, wegen der Figur und das ist ja fast schon asozial wenn man gleich das zweite hinterher bekommt. Also mindestens 3-4 Jahre sollten es schon sein. Man muss ja auch an sich denken. Eine Putzfrau hat F auch, den Haushalt schafft sie einfach nicht, und sie muss ja auch lernen oder arbeiten, da kann sie nicht auch noch putzen. J hatte auch mal eine, sie überlegt ob sie jetzt wieder eine nimmt, sie hat da nicht so Lust zu zum putzen. (Wie gesagt, die beiden sind Mitte/ Ende 20) Dann ging das Gespräch weiter über die Frage, ob man das Kind jetzt schon bei einer Privatschule anmelden sollte, weil man ja nicht möchte, dass das Kind mit …. Naja es wird ja auch immer schlimmer, nachher rutscht das Kind noch ab und nimmt vielleicht Drogen und in einer Schule bei uns in der weiteren Umgebung wurde ja mal ein Schüler abgestochen – Bla Bla Bla

Ich wusste nicht, ob ich heulen oder lachen sollte. So ein oberflächliches Geschwätz.

Ja, die beiden haben mehr Geld zur Verfügung als wir es wohl je haben werden.  Wohlhabende Eltern, beide Männer selbstständig in lockeren Jobs als Chefs.  Da kann ich nicht mithalten. Ich meine, wir verdienen beide ganz gut und wir haben auch ein Haus (geerbt) aber trotzdem ist das nicht unser Standart. Das habe ich gestern wieder deutlich geärgert. Noch mehr habe ich mich aber darüber geärgert, dass es mich geärgert hat. Normalerweise bin ich mit meinem Leben ganz zufrieden, wir haben eigentlich genug Geld.

J hat dann von künstlichen Befruchtungen ihrer Bekannten erzählt und dabei ein paar Sachen behauptet:

–          Medikamente für eine KB müssen immer selber bezahlt werden

–          Wieviele Versuche bezuschusst werden, entscheidet das jeweilige Land, denn die haben einen Geldbetrag dafür und wenn da noch was übrig ist, dann werden auch mehr als 3 Versuche bezuschusst

–          Der Arzt kann sehen, ob und wie oft man schon schwanger gewesen ist

Dann kamen die beiden zu der, nennen wir es mal „Empfängnis“ der beiden Kinder. F und J haben geplaudert, wie schwer es gewesen ist, solange zu warten (3 und 4 Jahre anscheinend), die eine hatte wohl eine FG und musste dann in der Schwangerschaft auch ASS und Heparin spritzen. Keine Frage, die beiden hatten es nicht leicht, die Schwangerschaften waren auch nicht einfach aber: ich saß auch mit im Raum!

Die Situation war doof für mich. Die beiden wussten, dass ich schon immer Kinder haben wollte und sehen, dass ich noch keine habe. Da hätten sie ja vielleicht 1 und 1 zusammenzählen können und ein bischen Taktgefühl zeigen können. Oder eben konkret bei mir nachfragen, wie geht es denn bei dir, wolltest du nicht auch Kinder haben oder so. Aber nicht über meinen Kopf hinweg darüber reden wie glücklich sie mit den Kindern sind und es sich nicht vorstellen können, wie es ohne wäre.

Ich wusste echt nicht, was ich machen sollte. Ich habe gelächelt, ein paar Sachen erzählt über meine Nichte (die ist nochmal 5 Wochen älter) und ein paar allgemeine Dinge. Natürlich hätte ich da auch voll in das Thema einsteigen können, ihnen von unseren Plänen erzählen können, aber das wollte ich nicht.

Ich kann die Situation nicht so gut wiedergeben. Ich mag F und J, einzeln kann man sich gut mit denen unterhalten, aber so wie gestern, zusammen mag ich im Moment nicht mehr.

 

Vielleicht stelle ich mich an, vielleicht bin ich im Moment da etwas empfindlich, aber ich habe mich unwohl gefühlt. Das war doof.

 

So genug gejammert.

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2 Antworten

  1. Oh mein Gott…solche Gespräche kenne ich zu gut. Manchmal glaube ich, sobald manche Frauen Kinder bekommen habe, setzt irgendwas im normalen Menschenverstand bei denen aus. Da musst du drüber stehen…müde Lächeln….und denken jaja blablabla….
    Liebe Grüsse
    Hanni

  2. Ich bin inzwischen auch seeehr vorsichtig geworden, wem ich von meinem Kinderwunsch erzähle…so richtig weiß nur meine beste Freundin bescheid. Damit will ich genau solche Szenen vermeiden. Ich habe in meinem engeren Bekanntenkreis einige Mädels, die Probleme hatten schwanger zu werden oder zu bleiben und seit ich das weiß denke ich viel mehr darüber nach…da kommt einem vieles oberflächlich vor! Aber man kann daran auch gut erkennen, welche Freunde echte Freunde sind 🙂
    Alles Liebe
    Marie

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