…dann fährt der Kapitän eben etwas langsamer…

 

Wir sind zurück aus unserem Kurz-Urlaub! So langsam hört der Boden auch auf zu schwanken… ein komisches Gefühl…

Die Reise war, nunja, auf der einen Seite sehr schön, aber auch sehr anstrengend. Wir sind wohl nicht die typischen Kreuzfahrer.

Aber genauer:

1. Tag: Abfahrt in Hamburg

Mein Papa hat uns zur Bahn gebracht, mit der Bahn ging es zum Hauptbahnhof in Hamburg, von dort aus mit dem dazugebuchten Shuttle-Bus direkt vors Schiff. Wir hatten Glück, der große Check-Inn-Andrang war schon weg und wir konnten zügig an Bord gehen.

Die Kabine war zwar klein, aber schön eingerichtet und völlig ausreichend für uns. (Bild 1)

Das Wetter hat auch noch mitgespielt, wir haben uns das Schiff in Ruhe angeschaut und auf die Abreise gewartet. Bei der Sicherheitsübung mussten einige den Kaspar spielen, das hat das Ganze leider sehr in die Länge gezogen. Nunja, viele waren schon seit einigen Stunden an Bord und haben dementsprechend schon einige Cocktails und Biere intus…

Beim Essen abends haben sich die ersten Kreuzfahrer-Klischees bestätigt. Es war sehr voll und sehr laut, man musste einen Tisch suchen und zum Essen teilweise anstehen.

Um 20 Uhr ging es dann endlich los. Wir standen lange draußen und haben uns Blankenese und Stade angesehen. Sehr schön.

Am Abend haben wir dann noch 1-2 Cocktails getrunken und sind dann früh ins Bett.

2. Tag: Amsterdam

Das Schiff hat erst am Nachmittag in Amsterdam, bzw in Ijmuiden angelegt. Den Vormittag über haben wir das Schiff erkundet, es gibt ja doch jede Menge zu sehen. Vor allem viele Menschen! Da das Wetter ziemlich schlecht war, hat sich alles innen gestapelt. Es war unmöglich, irgendwo einen freien Platz zum Sitzen zu finden. Wir haben uns nachher zum Mittagsschlaf auf die Kabine zurückgezogen.

Gegen 15 Uhr waren wir dann in Ijmuiden, das ist ein ziemlich trostloses Industriegebiet, ca 45 min. von Amsterdam entfernt. Es war ziemlich windig und wer keinen Ausflug mit dem Bus nach Amsterdam rein gebucht hatte, konnte zum Strand gehen. Sonst ist dort nicht viel mehr zu sehen.

Wir hatten „Amsterdam auf eigene Faust“ gebucht. Das heisst: Bustransfer nach Amsterdam, 4 h Aufenthalt und Bus zurück. Dazu haben wir einen kleinen Stadtplan bekommen.  Das Wetter war größtenteils trocken. Wir haben uns durch die Stadt treiben lassen, sind mal hier und mal da reingegangen. An jeder Ecke sind dort Coffeeshops aus denen süßlicher Rauch quillt. Mit dem Hanf wird dort allgemein viel geworben. Überall gab es Souvenirs mit Hanfblättern, einige geschmackloser als die anderen. Erstaunlich wo man überall das Blatt unterbringen kann… Amsterdam sonst ist schön, viel Wasser, viele schiefe Häuser, viele Menschen.

Zurück auf dem Schiff haben wir gemerkt, dass der Wind ziemlich zugenommen hat. Es war zwar trocken, aber extrem windig.

Das Schiff sollte um 20 Uhr ablegen und nach Dover fahren.

Während wir beim Essen saßen, kam vom Kapitän die Durchsage, dass die Fahrt nach Dover wegen des Wetters ausfallen muss. Stattdessen bleiben wir einen weiteren Tag in Amsterdam und fahren dann direkt wieder nach Hamburg… Na toll!!!! Ich hatte mich so auf London gefreut und uns dort schon ein schönes Programm zusammengestellt. Wir hatten den Aida Ausflug „London auf eigene Faust“ gebucht, also das selbe wie in Amsterdam: Bus, freie Zeit, Rückfahrt.

Auf Nachfrage an der Rezeption wurde uns dann noch mitgeteilt, dass die gebuchten Tickets für London natürlich gutgeschrieben würden, wir könnten am nächsten Tag noch mal nach Amsterdam fahren, die gleiche Tour wie heute schon. Natürlich zum gleichen Preis wie die heute (immerhin fast 40 € pro Person!). Eine Entschädigung von Aida für das ausgelassene Land gibt es nicht (das haben die vor uns gefragt), da Aida für das Wetter eben nichts kann und die Sicherheit eben vor geht. (Es gab am nächsten Tag dann noch einen Sekt vom Kapitän ausgegeben. Nette Geste, aber ich mag keinen Sekt…)

Kann ich alles verstehen, sauer waren trotzdem ziemlich viele.

Auf unsere Nachfrage, ob wir dann auch früher wieder in Hamburg sind (da der Weg Amsterdam-Hamburg kürzer ist als der Weg Dover-Hamburg), meinte die Dame an der Rezeption: Nein, wir kommen zur normalen Zeit an, auf der Rückfahrt fährt der Kapitän dann eben langsamer… – das war dann definitiv unser Spruch des Abends… es hört sich jetzt nicht so witzig an, aber in der Situation hat es uns fast den Rest gegeben…

Wir sind nochmal auf Deck 12 nach ganz oben gegangen. Auf dem Bild unten links kann man sehen, wie windig es dort war. Man konnte kaum aufrecht stehen, für ein scharfes Bild war es zu unruhig. Aber es hat Spaß gemacht, ein bischen dort rumzualbern. Die Entscheidung vom Kapitän war schon richtig, geärgert haben wir uns trotzdem.

Der restliche Abend verlief relativ ruhig, wir waren ziemlich kaputt und sind gegen 23 Uhr ins Bett gefallen.

3. Tag Immernoch Amsterdam

Nach einem etwas längeren Ausschlafen und Frühstück sind wir um 11 Uhr wieder mit dem Bus nach Amsterdam gefahren. Einige Passagiere sind wohl an Bord geblieben, einige sind spazieren gegangen. Viele Geschäfte in Amsterdam hatten auch sonntags geöffnet und wir haben noch einige abgeklappert. Leider war das Wetter sehr schlecht und es hat ziemlich geregnet.

Am Nachmittag haben wir uns nach einer heißen Dusche ein bischen das Aida-Showprogramm angesehen, ein bischen gelesen, ein bischen Zweisamkeit genossen und sind dann am Abend nach ein paar Cocktails ins Bett gegangen.

Abends hat das Schiff dann tatsächlich abgelegt, es ging wieder Richtung Heimat.

4. Tag Seetag

Das Wetter besserte sich. Die ersten Sonnenstrahlen wagten sich hervor und schon wurden auf allen Decks die Sonnenliegen aufgebaut. Endlich hat sich damit auch die Enge überall im Schiff gebessert. Es gab überall Sitzplätze, die Laune wurde besser, man genoß die Sonne und die Wellen.

Über Mittag haben wir ein paar Stunden an einer schönen Stelle (OT Kapitän) geankert. Danach ging es langsam weiter.

Wir haben ein bischen gelesen, uns die Leute angeschaut, gut gegessen und sind durchs ganze Schiff gestromert. Am Nachmittag waren wir im Casino und ich habe noch Bingo gespielt. Alles sehr entspannt!

5. Tag: Ankunft in Hamburg

Wir haben früh gefrühstückt und sind schon um kurz nach 8 Uhr vom Schiff gegangen. Theoretisch hätten wir die Kabine bis 9 Uhr und das Schiff bis 11 Uhr verlassen müssen, aber wir wollten einfach los. Natürlich wurden wir an der Zollkontrolle rausgewunken. Besonders gründlich waren die aber nicht. Ein kurzer Blick in die geöffnete Tasche von Schatzi, ein Anheben des Deckels meines Koffers und fertig. Eventuelle Flaschen oder Zigaretten hätten die nicht gefunden, naja, hatten wir ja sowieso alles nicht dabei.

Mit dem Bus ging es zum Bahnhof Altona, von da aus mit der Bahn weiter. Nach kurzem Warten brachte uns dann der Bus bis direkt vor die Haustür. Home Sweet Home!!

 

Unser Fazit: Es war schön, wir würden aber wohl nicht wieder fahren.

Positiv:

– alle waren sehr freundlich, es gab kein Gedrängel, kein Gemansche am Buffet, kein Gemecker

– Das Essen war meistens sehr gut. Es war halt Buffet und da konnte es immer mal zu Engpässen kommen. Es wurde aber immer alles schnell nachgefüllt.

– Alle Bereiche waren immer sehr sauber und sehr aufgeräumt

– die Kabine war schön. Gemütlich, gut isoliert und ein Fenster habe ich nicht vermisst.

– die Shows, Theateraufführungen, Veranstaltungen wie Kids-Club, Dartspielen, Shuffleboard sind kostenlos

– jeden Tag gab es eine Aida-Zeitung, in der der nächste Tag mit allen Veranstaltungen beschrieben wurde. Dort standen auch die Öffnungszeiten der vielen Restaurants

– eine Kreuzfahrt ist ein besonderes Erlebnis, welches man unbedingt mal gemacht haben sollte

– Wir haben für unsere Kabine nicht sonderlich viel bezahlt. Für ca. 400 € p.P. kann man nicht meckern.

 

Negativ:

– viele Menschen – überall. Man hat nirgends seine Ruhe (außer auf der Kabine)

– die ewige Platzsuche und das Anstehen zum Essen ist nichts für mich.

– teilweise war das Essen nicht gut. Das 5 Minuten-Ei floss aus der Schale, die Kartoffeln und der Spargel waren halb roh, dafür war das Rinder-Filet extrem durch. (Das waren Ausnahmen, das meiste Essen war lecker)

– wenn Scherzbolde morgens das „Bitte schlafen lassen“-Schild von der Kabinentür klauen, finde ich das nicht besonders witzig. Hatte zur Folge, dass die Reinigungskraft um kurz nach 8 Uhr im Zimmer stand. Sie ist dann schnell wieder rausgegangen und hat sich entschuldigt (sie konnte ja nichts dafür…) aber blöd war es trotzdem

– zu dem Reise-Grundpreis kommen viele Kosten dazu, wenn man etwas erleben will. Die Cocktails liegen bei ca 7 €, Bier bei ca. 3 €. Die Ausflüge kosten ca 40 € p.P. (Amsterdam), bzw ca 70 € p.P. (London). Dann gibt es noch einige Workshops, das 4D-Kino, Spielautomaten, Billiard-Tische usw.

– habe ich schon die vielen Menschen erwähnt…?

– die ausgefallene Fahrt nach London war sehr ärgerlich. Gut, da konnte Aida nichts für, aber wir haben uns geärgert.

Unser Fazit: Es war eine tolle Reise bei der wir zusammen viel Spaß hatten. Sie hat uns enger zusammengeschweisst, wir hatten viele schöne Momente. Zur Zeit ist unser Bedarf an Kreuzfahrten allerdings gedeckt. Wir sind eben nicht so die Party-Menschen und besonders ich gebe nicht gerne viel Geld für Getränke aus.  Die Cocktails die wir hatten, waren allerdings sehr lecker!!!

 

Hier noch ein paar Bilder:

Aida Urlaub

 

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Eine Antwort

  1. Würdest du wieder eine Kreuzfahrt machen?
    Wir haben bereits zwei gemacht, allerdings Mittelmeer und Atlantik. Und ich finde die Art zu reisen toll ( auch wenn ich immer seekrank bin am Anfang und dann wieder zu hause) werden es auch mit den Zwillingen machen, bei den meisten Anbietern fahren nämlich zwei Kinder unter 18 umsonst mit.

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