Schatzi´s Odyssee (bis jetzt)

Oh mann, was für eine Mistwoche! Ich hatte ja schon im letzten Beitrag von Schatzi`s Schmerzen erzählt. Hier noch mal die Kurzzusammenfassung:

– Vorletzten Mittwoch: Schatzi wacht mit Rücken-und Nackenschmerzen auf. Eigendiagnose: „Im Schlaf verlegen“. Er bleibt den Tag zuhause, nimmt Tabletten. Er arbeitet Donnerstag und Freitag ganz normal.

– Samstag: Schatzi hat wieder Schmerzen. Er sagt den geplanten Umzug von Freunden ab, legt sich auf die Couch und nimmt Tabletten.

– Sonntag morgen: Schatzi weckt mich morgens gegen halb 10. Er möchte gerne ins Krankenhaus, die Schmerzen sind zu schlimm und er erbricht sich. Im KH in XX ist nur eine allgemeinärztliche Anlaufpraxis. Es sind viele Eltern mit kleinen Kindern da, die allesamt sehr gesund aussehen.  Die Kinder sind gelangweilt, toben rum und machen viel Lärm. Die Eltern tun nichts, Schatzi kann sich kaum auf den Beinen halten. Wir warten gut 1,5 h, da es auch noch Computerprobleme gibt. Die Ärztin gibt ihm 5 Spritzen in die Muskeln am Schultergürtel und stärkere Tabletten. Die Schmerzen bleiben.

Montag: Schatzi fährt zur Hausärztin. Die gibt ihm je eine Spritze gegen die Übelkeit und gegen die Schmerzen, sowie eine Überweisung zum Chiropraktiker. Die Schmerzen werden kaum besser.

Dienstag: Der Termin beim Chiropraktiker bringt im Rücken etwas Erlösung, allerdings bekommt er abends höllische Kopfschmerzen. Wir versuchen die üblichen Mittel: Wärme, Tabletten, Baden usw.

Mittwoch: Er hat kaum geschlafen, der Kopf ist fast explodiert. Ich fahre Schatzi gleich morgens zur Hausärztin. Er bekommt dort Oxycodon 5mg gegen die Schmerzen. Er kann nichts bei sich behalten, außer etwas Wasser. Die Tabletten haben keine Chance zu wirken. Er fährt mittags noch mal zur Ärztin, erwischt aber nur die Aushilfsärztin. Die gibt ihm eine weitere Spritze und stellt dumme Fragen zu seinem Rauchverhalten und der Ernährung, die ihn eher noch mehr aufregen. Als ich Mittwoch um 17.30 Uhr nach Hause komme, ist Schatzi ein Häufchen Elend. Er steht unter der Dusche (das hilft manchmal bei ihm gg die Kopfschmerzen) und erbricht sich. Ich entscheide, den Notruf zu wählen. In dem Zustand kann und will ich ihn nicht transportieren. Ich hoffe, dass der Notarzt hier zuhause ihm etwas geben kann. Der Krankenwagen kommt um kurz nach 18 Uhr. Eine Behandlung zuhause ist nicht möglich, die Männer nehmen in mit nach XY. Ich fahre um 19.30 Uhr auch dort hin. Schatzi bekommt eine Infusion, diese lindert den Kopfschmerz etwas. Um 22.30 Uhr fahren wir zusammen nach Hause.

Donnerstag: Schatzi erbricht mehrmals in der Nacht, er duscht ungefähr 3 x und tigert durchs Haus. Um kurz nach 4 Uhr beschließen wir, wieder ins KH in XY zu fahren. Er bekommt dort wieder eine Infusion und wird stationär aufgenommen. Um halb 8 bin ich völlig erschöpft zuhause. Ich melde für den Tag Urlaub an und schlafe ein paar Stunden. Um 11 Uhr bin ich mit ein paar Sachen im KH. Schatzi liegt in einem Zimmer mit 2 älteren schwerhörigen Herren. Der eine bekommt noch Sauerstoff, welcher aus einer blubbernden Flasche kommt. Der Lärmpegel ist hoch. Schatzi liegt im Bett und weiss nicht wohin mit den Schmerzen. Er bekommt Infusionen mit Schmerzmittel, welche aber nicht richtig helfen. Er ist angespannt und gereizt, das macht die Sache nicht besser. Wir bitten um die Verlegung in ein anderes Zimmer.

Nachmittags wird er endlich verlegt. Auf der anderen Station liegen Wirbelsäulenpatienten. Bis jetzt wurde außer ein paar oberflächlichen Untersuchungen wie Blutdruck, EKG, Pupillen, Reflexe nichts untersucht. Niemand hat sich den Rücken angesehen oder so. Er bekommt alle 6 h Schmerzmittel, kann nichts zu essen bei sich behalten. Es fällt mir schwer ihn so leiden zu sehen. Die Medikamente dämpfen den Schmerz nur um ca 20 %.

Freitag: Ich bin wieder im KH, ab ca halb 11. Schatzi geht es nicht besser. Er kommt nicht zur Ruhe. Die Schwestern sind zwar alle sehr nett, aber trotzdem ist der Lärmpegel jedesmal sehr hoch, wenn sie etwas im Zimmer machen. Es ist Feiertag, hier läuft alles auf Sparflamme. Niemand kann sagen, ob noch Untersuchungen geplant sind, die Ärztin soll irgendwann im Laufe des Tages zur Visite kommen. Die Rückenschmerzen werden durch die Schmerzmittel ziemlich gelindert, der Kopfschmerz bleibt unvermindert extrem hoch.

Gegen 13 Uhr kommt endlich die Ärztin. Sie entscheidet, dass er jetzt gleich geröntgt werden soll. Endlich mal eine Untersuchung! Nach einiger Zeit bekommen wir das Ergebnis: Alles ok. Halswirbelsäule sieht gut aus, keine Brüche, kein Verschleiss = kein Grund für die Schmerzen. Schatzi bekommt eine weitere Infusion. Die Ärztin möchte ihn in das KH in XX verlegen, dort gibt es eine Neurologie. Der Transport soll um 13.45 Uhr erfolgen. Ich packe seine Sachen zusammen, Schatzi zieht sich an und wir warten. Um 14.30 Uhr frage ich bei der Schwester nach. Nach ihrer Rückfrage erzählt sie mir, dass es einen Notfall gegeben hat, aber der nächste Krankenwagen würde ihm gehören. Weil Schatzi solche Schmerzen hat (wohl auch durch die Anspannung), bekommt er eine weitere Infusion. Diesmal nach Absprache mit dem Neurologen ein anderes Medikament. Noch während die Infusion läuft, merke ich, dass sie wohl besser wirkt. Schatzi schläft immer mal kurz ein, liegt entspannter. Um kurz nach 15 Uhr kommt endlich der Krankenwagen. Ich fahre mit meinem Auto hinterher, das KH ist nur 30 min entfernt. Dort angekommen, sitzt Schatzi in der Not-Aufnahme. Der Arzt kommt kurz darauf und untersucht ihn gründlich. Es wird noch ein EKG gemacht, dann ein CT und schließlich erfolgt noch eine Punktion der Wirbelsäule. Da die Kopfschmerzen etwas besser sind, ertragen wir das Warten in dem Behandlungszimmer etwas leichter. Schatzi hat viel Durst, ist aber deutlich besser drauf. Er denkt, dass er nachher nach Hause darf und wir überlegen, welchen Film wir schauen wollen.

Um kurz nach 19 Uhr kommt der Arzt dann wieder rein. Er erzählt, dass das CT super aussieht, allerdings wurde bei der Punktion wohl Blutpartikel in der Flüssigkeit entdeckt. Das müsste abgeklärt werden, allerdings nicht in diesem KH, sondern in XZ, welches 1 h entfernt liegt. Dort soll er auf die Überwachungsstation kommen und in den nächsten Tagen soll dann eine Untersuchung gemacht werden, bei der ein Katheder von der Leiste bis zum Hirn geschoben wird. Damit sollen Verletzungen oder so entdeckt werden? Das ist das, was ich verstanden habe. Der Arzt hat ziemlich Fachchinesisch gesprochen und ich war dann schon ziemlich aufgelöst. Er meinte, die Untersuchung sollte demnächst gemacht werden, da kommt Schatzi nicht rum und wenn sie dort etwas finden, müsste das dann noch operiert werden. Die Untersuchung ist nicht schlimm, eine OP wäre etwas kritischer.

Wir waren beide ziemlich fertig nach der Diagnose. Ich mehr als Schatzi, weshalb er dann mich getröstet hat.

Um kurz vor 20 Uhr wurde Schatzi dann mitgenommen. Wir haben entschlossen, dass ich nicht noch mit nach XZ komme, sondern am nächsten Tag hinfahre. Im Auto habe ich dann erstmal nur geheult. Ich war erschöpft, kaputt und müde. Nach 1 h oder so hat Schatzi mich dann noch angerufen. Er ist gut angekommen, hat sich mit den Sanitätern im Krankenwagen noch etwas über die Diagnose unterhalten und konnte mich (und sich) etwas beruhigen. Es ist im Moment nichts lebensbedrohliches, aber es muss unbedingt abgeklärt werden.

Heute: Nach einer unruhigen Nacht packe ich weitere Sachen für Schatzi zusammen und suche mein Navi raus. Kurz bevor ich losfahren will ruft Schatzi an. Es geht ihm soweit gut, er soll im Bett liegen bleiben, nicht laufen und hat wohl viele Schläuche an sich angeschlossen. Die Schmerzen halten sich in Grenzen. Die Besuchszeiten sind allerdings nur nachmittags, ab 14 Uhr. Wir telefonieren noch ein bisschen, dann kommt eine Schwester rein und wir müssen Schluss machen. Ich packe noch ein paar weitere Sachen ein und mache mir erstmal einen Tee. Dann schreibe ich diesen Beitrag und versuche dabei, die ganzen Arztbesuche nicht durcheinander zu bringen.

Was für ein Mist!!! Schatzi war noch nie im KH und dann jetzt sowas. Naja, wenigstens kümmert sich jetzt jemand um ihn und seine Schmerzen werden ernst genommen.

Ich versuche, genug zu essen und zu trinken und zu entspannen. Mein Rücken schmerzt von den harten Stühlen im Wartezimmer und dem Stationszimmer. Ich bin angespannt von der ganzen Situation. Zwischendurch streichle ich immer wieder mal den Bauch und massiere ihn abends im Bett ein bisschen.

So eine Sch…-Woche!!!!

 

Update: Schatzi hat eben nochmal angerufen. Er wird jetzt gründlich vom Kopf bis zu den Füßen untersucht mit allen möglichen Methoden. Ich habe Angst um ihn und er hat auch Angst. Er weint am Telefon und ich möchte zu ihm, darf aber erst ab 14 Uhr dort hin. Ich weine auch und versuche ihn gleichzeitig zu trösten.

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8 Antworten

  1. Was ein scheiß… ich drück euch ganz doll die Daumen das bei der Untersuchung nichts schlimmes gefunden wird. Gute Besserung für deinen Mann

  2. Ach Mann! Was soll man da sagen? Ich weiß es nicht, aber hoffe hoffe hoffe sehr für Euch, dass endlich die Ursache gefunden wird und die Schmerzen endlich weg sind!!

  3. Oh je, wie grauselig. Ich drücke die Daumen, dass bald Besserung in Sicht ist.

  4. Oh nein, das tut mir leid! Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass sie jetzt die Ursache finden.

  5. Feindbildunterleib | Antwort

    Oh Mann…. Ich drück euch die Daumen.
    Ich hoffe du findest zwischen dem ganzen Sch..ß die Zeit dich auf dich und Zwergi zu konzentrieren.
    LG Sandra

  6. Liebe Kaya, ich wünsche Euch ganz viel Kraft für diese Zeit und drücke alle Daumen, dass Dein Schatz bald wieder auf dem Weg der Besserung ist und zu Dir nachhause kommen kann. Vor allem mit einer Diagnose, die nicht schlimm ist!! Bleib tapfer und fühl Dich gedrückt!!

    LG
    Kitty

  7. Liebe Kaya, das liest sich wirklich nach einer scheiß Woche. Und dabei ist „scheiß“ noch geprahlt. Oh man! Ich hoffe wirklich sehr, dass es deinem Mann bald besser geht und er wieder, ohne schlimme Diagnose und ohne Schmerzen, nach Hause kann.
    Alles Liebe und weiterhin viel Kraft!

  8. Oh Mann, das ist echt verdammt hart. Solche Schmerzen zu ertragen und das tagelang. Und dann noch solche Angst vor dem, was vielleicht noch kommen kann. Ich wünsche Euch einfach ganz doll, dass dieses Drama bald endlich ein gutes Ende findet. Für Deinen Mann die besten Genesungswünsche und Du pass auch schön auf Dich auf und schone Deine Kräfte.
    Ganz herzliche Grüße,
    Lene

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