Die ersten Tage im Krankenhaus nach der Geburt

Bevor ich es ganz vergesse, hier noch die Erinnerung an die ersten Tage nach der Geburt:

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–> Vom Kreisssaal aus wurde ich um ca 8/9 Uhr morgens mit dem Rollstuhl auf die Wochenstation gefahren und habe dort mein Zimmer bezogen.

Ehrfürchtig saß ich im Bett und habe auf das Wunder in meinem Arm geschaut: Ein echtes Baby, süß und knuffelig, ein bisschen verknautscht und überhaupt nicht blutig oder schmierig, einfach perfekt. Mit langen dunklen Haaren und so süß!!

Ich habe sie gleich mit Hilfe der einen Hebamme noch mal angelegt und sie hat auch tatsächlich genuckelt. Danach ist sie vor lauter Erschöpfung eingeschlafen.

Mein Körper war total neben der Spur. Ich spürte keine Schmerzen, keine Müdigkeit aber auch keine überwältigenden Rosa-Herzchen-Glücksgefühle. Einfach irgendwie garnichts und alles. Das hatte ich mir anders erhofft.

Schatzi ist kurz danach nach Hause gefahren, um ein paar Stunden zu schlafen.

An Schlaf war bei mir nicht zu denken.

Nebenan im Bett war eine Schwangere, die zur Überwachung ein paar Tage im Krankenhaus sein musste. Sie wurde um 11 Uhr entlassen, bis dahin habe ich sie mit verwirrten Mutti-Erst-Gefühlen zugetextet 🙂 Ich hoffe, ich habe sie nicht zu sehr verstört…

Ich habe die ersten SMS verschickt. Obwohl ich mir vorher schon alle möglichen cleveren und witzigen Texte für die Geburtsnachricht überlegt hatte, fiel mir im Moment nur der Klassiker: „Endlich sind wir zu dritt“ ein. Das wichtigste eben! Es war ja noch alles so unwirklich. Meinen Eltern habe ich eine Nachricht geschickt mit: „Da ist jemand, der euch kennenlernen möchte“ und sie für den nachmittag eingeladen. Ansonsten wollte ich keinen so früh sehen. (Meine Mutter sagt jetzt, 8 Wochen danach, noch, dass sie es unglaublich findet, dass ich endlich ein Kind habe!)

Körperlich habe ich mich sehr gut gefühlt, ich bin nach 1 Stunde sogar alleine aufs Klo gegangen. (Dafür habe ich im Nachhinein noch Ärger mit der Schwester bekommen, ich hätte um Hilfe rufen sollen. Naja, ich habe gedacht, dass die Schwangere ja zur Not noch da wäre um jemanden zu rufen…) (Unmut habe ich auch erregt, weil ich barfuss oder auf Socken im Zimmer rumgelaufen bin. Ich hasse Hausschuhe und trage eigentlich nie welche.)

Nachmittags war dann der erste Besuch da. Meine Mutter und mein Vater mit ihren Partnern. Ich habe wohl nicht viel gesagt, die Situation war noch so komisch. Alle waren total euphorisch und ich eher verwirrt. Ich habe das Kind im Arm gehalten und gelächelt…

Schatzi war bis ca 19 Uhr bei mir. Danach war ich total kaputt und wollte meine Ruhe haben. Das ganze Erlebnis musste ich erstmal überdenken.
Schlafen konnte ich in der ersten Nacht überhaupt nicht. Ständig habe ich nach der Lütten geschaut, das Bett war furchtbar unbequem und irgendwie alles doof.

Da der Blutzuckerwert der Lütten nach der Geburt wohl ziemlich schlecht gewesen ist, hatte sie im Kreisssaal schon etwas HA zugefüttert bekommen. Auf stillfreundliche Weise, aber trotzdem ohne dass ich das wusste. Naja, es war wohl notwendig.

Nachts kam dann die Schwester und hat die Lütte zur Untersuchung mitgenommen und auch dort hat sie etwas zugefüttert bekommen. Nur geringe Mengen, diesmal mit meinem Einverständnis. Das Problem war, dass sie nach der Geburt wohl ziemlich gespuckt hatte und dadurch der Magen komplett leer gewesen ist. Normalerweise zehren sie noch von dem Fruchtwasser im Bauch, bis der Milcheinschuss kommt. Da ich noch keine Milch hatte, war sie furchtbar hungrig und dadurch extrem unleidlich.
Das ganze haben wir noch 3 x gemacht im Krankenhaus. Sie hat entweder von einem kleinen Minibecherchen getrunken oder es wurde ein Schlauch an meine Brust geklebt, an dessen Ende eine Spritze befestigt war. In die Spritze wurde Nahrung gefüllt und wenn sie dann an der Brust genuckelt hat, wurde die Spritze vorsichtig runtergedrückt. Voila – das Baby bekommt Nahrung und denkt, es kommt aus der Brust.

Der Samstag und der Sonntag waren dann gefüllt mit ans-baby-gewöhnen, den Wochenfluss im Zaum halten, den ersten Schritten mit dem Baby im Flur, ersten ausgewählten Besuchern, ein paar Untersuchungen für uns beide und allgemein mit ganz viel Ruhe. Das mit dem anlegen war noch etwas schwierig. Die Lütte hatte vor allem nachts andauernd Hunger, hat geschrien, war dann zu müde zum nuckeln usw. Da mussten mir die Schwestern viel helfen. Tagsüber hat sie die meiste Zeit gepennt. (Solange sie bei mir im Arm lag… Die Nacht zu Sonntag hat sie dann auf meinem Bauch geschlafen, sie brauchte einfach die Nähe. Ich selber habe eher nicht geschlafen.)

Ich hätte schon am Sonntag nach Hause fahren können, bin aber freiwillig bis Montag geblieben. Den Milcheinschuss wollte ich gerne abwarten und sicherstellen, dass die Lütte ordentlich trinkt.

In der Nacht zu Montag habe ich glaube ich das erste mal wieder geschlafen. Ein bisschen zumindestens.

Ich hatte den großen Luxus, dass ich im Zimmer für mich alleine war. (Naja fast… Sonntag abend kam noch eine Frau mit Blasensprung rein. Sie blieb eine halbe Stunde im Zimmer, wir haben ein bisschen gequatscht, da ich sie aus dem GVK kannte, sie bekam dann Wehen und tauchte erst am Montag morgen mit Baby wieder auf 🙂 Das Baby war 1 kg leichter und soooo winzig…)

In der Nacht zu Montag kam dann auch die Milch. Viel unspektakulärer als ich es befürchtet hatte. Die Br.ust wurde praller, aber ich fand es nicht schmerzhaft. Da ich sowieso recht viel Oberweite habe, fiel es mir auch optisch nicht besonders auf. (Hauptsache die Lütte bekommt endlich etwas zu essen daraus!)

Montag war dann auch der Heimreisetag. Nach endlosem Warten auf die Entlassungspapiere haben sie uns gegen 14 Uhr gehen lassen.

Zwischendurch kam noch die Babyfotografin ins Zimmer. Sie hatte nur noch einen kurzfristigen Termin um 11 Uhr frei, da wurde die Lütte dann schnell noch fotografiert. Das Bild und ihr ganzes hektisches Vorgehen haben mir aber nicht gefallen, die Lütte ist auch ziemlich knatschig zu der Uhrzeit gewesen. Deshalb haben wir nur das „Gratisbild“ von der Klinik mitgenommen. Eine nette Erinnerung in dem ersten eigenen Outfit, mehr nicht.

Dann ging es nach Hause!

Hui wie aufgeregt bin ich gewesen, als ich die Lütte das erste Mal in den Autositz gesetzt habe. Ganz ganz vorsichtig… und wie winzig sie darin aussah. Wie ein rohes Ei hat Schatzi sie getragen und vorsichtig im Auto festgeschnallt.

Die Rückfahrt war schrecklich. Überall sieht man Gefahren!!

Um halb 3 sind wir zuhause angekommen.

Da waren wir nun.
Zu dritt.
Mit einem kleinen winzigen Baby.
Mit einer riesen Verantwortung dafür.

Ich war sehr froh, dass sich die Hebamme gleich für den nächsten Tag angekündigt hatte.

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