Gedanken zum zweiten Kind

Ich habe länger überlegt, ob ich diesen Text veröffentlichen soll, aber ich denke, ihr werdet mich vielleicht verstehen, obwohl er etwas konfus ist…

 

Letztes Wochenende habe ich erfahren, dass die eine aus meiner Babygruppe wieder schwanger ist. Ihr Sohn ist so alt wie die Lütte und es hat diesmal „erst“ beim 3. Versuch geklappt. Der Sohn ist damals gleich im 1. ÜZ entstanden. Unterstützt durch meinem PMS-verwirrten Hormonhaushalt hat mich diese Nachricht doch ziemlich ins grübeln gebracht.

 

Ich habe schon vorher mehrfach mit Schatzi über ein zweites Kind gesprochen. Immer mal wieder kurz. Hier habe ich mal eine imaginäre Zusammenfassung geschrieben 🙂 Die „echten“ Gespräche waren manchmal sehr kurz, manchmal nicht so effektiv und manchmal mit ein paar Tränen, weil die Entscheidung eben nicht so einfach ist. Warum reicht mir die Lütte nicht, warum kreisen meine Gedanken um ein weiteres Kind?

—————————————————

K: Hach, eigentlich wäre so ein zweites Kind ja toll.

S: Nicht schon wieder…

K: Doch, überleg mal, möchtest du, dass die Lütte später mal alleine ist?

S: Wieso ist sie später alleine? Sie hat doch uns? Sie hat ihre Großeltern, mit den Stiefgroßeltern sogar noch mehr, dazu noch die Onkel und Tanten und Neffen und Nichten und ihre Freunde und dann nachher vielleicht schon einen Freund oder Mann!!

K: Das ist nicht das selbe… Wenn wir nachher alt sind, dann sind alle Großeltern nicht mehr da und wer weiss, wie der Kontakt mit den Onkeln und Tanten und so dann noch ist. Das ist ja jetzt schon so schwierig und selten, obwohl wir nicht weit weg wohnen. Dann muss sie sich nachher ganz alleine zB um uns kümmern. Und denk doch mal an die Urlaube, da ist sie dann auch alleine nur mit uns.

S: Kinder finden im Urlaub immer schnell Anschluss und neue Freunde. Außerdem ist ja nicht gesagt, dass sie sich mit einem Bruder oder Schwester auch gut versteht. Ich konnte mit meinem Bruder nie so richtig viel anfangen, in der Pubertät gab es dann manchmal richtig Zoff. Wir sind da ziemlich verschieden.

K: Bei uns war auch nicht immer alles toll, aber trotzdem bedeuten mir mein Bruder und meine Schwester immernoch sehr viel. Die ganzen gemeinsamen Sachen, es war immer jemand da zum spielen… ich fand es super! Auch jetzt, wo jeder sein eigenes Leben führt, sind die beiden etwas besonderes für mich.

S: Ja, das stimmt schon, aber wie stellst du dir das denn alles vor? Wir haben in den letzten 1,5 Jahren kaum Zeit füreinander gehabt. Die Lütte schläft noch nicht durch, du bist oft genervt und müde, der Haushalt, der Garten bleiben liegen. Wir streiten uns grad ziemlich oft, das gefällt mir nicht. Ich möchte erstmal wieder Ruhe reinbringen. Von dem finanziellen Aspekt mal ganz zu schweigen.

K: Ich möchte ja auch nicht sofort ein zweites Kind. Aber in der letzten Zeit schläft die Lütte ja endlich besser. Wir konnten ja auch schon ein paar Stunden abends miteinander verbringen. Das hat mir auch gefehlt. Das finanzielle ist natürlich ein Thema. Aber wenn ich die Klamotten nicht gleich verkaufe, dann haben wir noch vieles da. Und wir bekommen ja auch viele Sachen vererbt. Dazu gibt es dann noch das zweite Kindergeld, nochmal Elterngeld für mich im ersten Jahr…

S: …dafür fällt dann aber dein Gehalt weg!

K: … ja ich weiss! Aber wenn wir die Lütte nicht mehr zur Tagesmutter geben, sparen wir das Geld auch wieder.

S: … und du hast dann ein Neugeborenes und ein Kleinkind zuhause? Du weisst doch, wie anstrengend die erste Zeit ist!

K: Vielleicht kann sie ja öfter mal zu Oma und so…

S: Deine Mutter arbeitet dann sicher noch. Genau wie ihr Mann und dein Papa. Wer ist sonst noch da? Die Frau von deinem Papa. Die ist aber nicht mehr so fit, dass sie regelmäßig auf ein quirliges Kleinkind aufpassen kann. Dein Bruder? – Arbeitet. Deine Schwester – weiter weg und arbeitet. Deine Schwägerin arbeitet dann sicher auch wieder mehr. Mein Papa überlegt grade, zu seiner Freundin zu ziehen. Das ist dann auch weiter weg. Mein Bruder arbeitet. Zu irgendeiner Freundin? Sicher mal möglich, aber nicht regelmäßig.

Es ist ja auch nicht so, dass wir einfach „schnipp“ sagen und du wirst schwanger. Auf noch so eine Behandlung habe ich eigentlich keine Lust. Das war für mich schon ziemlich anstrengend und stressig.

K: Du hast doch bei der Behandlung eigentlich nicht viel gemacht…

S: Naja, aber ich habe dich immer unterstützt und ertragen…

K: Blöder Kerl 😉  Aber im Ernst. Eine weitere künstliche Befruchtung mit all den Terminen und Medikamenten kann ich mir im Moment auch nicht vorstellen. Da wüsste ich auch garnicht, wie ich das zeitlich machen soll. Aber ich habe ja jetzt so langsam immermal sowas wie einen Zyklus. Zwar unregelmäßig, aber immerhin. Vielleicht wenn ich da jetzt noch etwas weiter abnehme, das Metformin nehme ich ja schon wieder, vielleicht klappt es dann irgendwann einfach so?

S: Aber noch nicht jetzt…

K: Nein, noch nicht jetzt. Es wäre schön, wenn wir das Gespräch einfach noch mal nächstes Jahr führen könnten. Vielleicht im März/ April.

S: Du hast das doch eigentlich schon für dich entschieden. Wir haben doch jetzt die Lütte. Die ist so toll und süß, reicht dir dass denn nicht?

K: Ich weiss es selbst nicht. Mein Herz ruft nach einem Bruder oder Schwester für sie. Und ich würde gerne noch mal schwanger sein. Die Zeit nochmal bewusster erleben. Wissen, was auf einen zukommt. Die Spannung, wie er oder sie aussieht. Die ganzen kleinen Klamotten anziehen. Im Bondolino tragen. Stillen. Ach, das ganze Paket eben.

S: Lass uns das verschieben. Ich möchte da jetzt noch keine Entscheidung fällen. Du bist im Moment im Hormonrausch, deine schwangere Freundin trägt ihren Teil da sicher bei. Ich liebe dich, aber ich möchte da nichts überstürzen.

K: Ja, du hast ja recht. Aber du versprichst es mir! Wenigstens ein ernstes Gespräch!

S: Nächstes Jahr.

K: Ok, nächstes Jahr.

 

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7 Antworten

  1. Das könnten wir hier fast eins zu eins übernehmen. Ich wie du, der BEVA wie er. ☺️

    Nur dass uns nicht mehr viel Zeit bleibt. Und das ist nicht so dahin gesagt. Wenn mir sogar mein Frauenarzt rät, nicht mehr allzu lange zu warten. 😳

    Ich schreibe es jetzt hier mal ganz leise in den Kommentar (ein Blogbeitrag kommt hoffentlich dann auch bald mal zustande… wie war das mit der Zeit, die man mit Kind noch übrig hat?!😜) : wir haben inzwischen auch schon wieder den einen oder anderen Versuchszyklus hinter uns. Noch tut sich außer einem unregelmäßigen Zyklus nichts.

    Ich bin ganz bei dir!! Ein Kind ist wunderbar! Wir können unglaublich dankbar sein, dass wir eins bekommen durften. Und doch… 😉 Da ist es wieder, dieses Gefühl. Wenn auch nicht mehr so intensiv wie in der kinderlosen Zeit. 😚😚😚
    Deine Kriksi

    1. Na, da bin ich dann ja gespannt! Ich habe noch einen relativ hohen AMH-Wert (= eine hohe Eizellreserve, ist ja durch PCO kaum was gewachsen und gesprungen)… aber ich bin eben auch schon 35. Schatzi wird 40. Zu lange wollte ich nicht warten. Nächstes Jahr???

  2. Ich kann dich da auch verstehen, ich wollte ja auch unbedingt ein zweites Kind und meine Gedanken waren da ganz ähnlich. Ich bin froh dass mein Mann dem relativ schnell zugestimmt hat, wir standen da ja auch etwas unter Zeitdruck. Ich freue mich sehr aufs Baby, ABER ich muss auch ehrlich sagen: es ist anders. Also mit „alles noch mal bewusster erleben“ ist hier leider nicht viel, dadurch dass einfach 90% der Zeit fürs erste Kind drauf geht (ganz besonders wenn man eben permanent allein betreut). Ich finde sogar im Gegensatz die Schwangerschaft diesmal oft eher anstrengend, manchmal belastend, was mich etwas traurig macht.. Und ich denke das wird sich auch in der Babyzeit fortsetzen. Ja, ich freue mich auf’s Stillen, auf’s Tragen, auf’s Kuscheln! Aber ich weiß auch, dass die Momente, in denen ich mich wirklich ganz aufs Baby konzentrieren können werde, eher selten sein werden. Es geht eben nicht so einfach mit Kleinkind dabei, dessen muss man sich bewusst sein. Vor allem eben wenn man niemanden da hat, der einen entlastet. ABER ich glaube auch fest daran, dass es trotzdem schön sein kann. Und dass man das wuppen kann. Ja, es ist sicher schwierig, anspruchsvoll und eine Belastung, finanziell, zeit- und beziehungstechnisch. Aber eben auch schön und erfüllend. Sonst gäbe es ja keine Paare, die sogar mehr als zwei Kinder haben.. 😉

    1. Ich warte gespannt auf die ersten Erfahrungsberichte als Neu-2-Kind-Mutti! So lange hast du ja nicht mehr… Ich hoffe trotzdem, dass ich eben noch mal alles bewusster und entspannter erleben kann. Innerlich. Man kennt ja schon vieles und weiss, dass es normal ist.

      1. Ich hoffe ich komme dann überhaupt noch zum Bloggen.. 😅 Wenn ich mir so angucke wie selten ich das schon mit „nur“ einem Kind schaffe… 🙈🙈🙈
        Da hast du natürlich Recht, man hat Erfahrung, man hat Übung und ist vielleicht weniger ängstlich. Obwohl ich sagen muss, ich war beim ersten Mal tiefenentspannt (Schwangerschaft und Babyzeit), hatte eigentlich nur selten das Gefühl, an meine Grenzen zu kommen, aber jetzt schwant mir, dass es auch ganz anders geht. Es kommen einfach neue Ängste und Sorgen dazu, und die sind bei mir irgendwie ausgeprägter: werde ich es schaffen, ZWEI Kindern gerecht zu werden? Wie wird das erste, das zweite es verkraften, mich nicht (mehr) ganz für sich zu haben? Wird die innige Beziehung, die ich zur Großen habe, darunter leiden? ..solche Dinge.
        Aber wie man das empfindet und damit umgeht ist sicherlich sehr verschieden, ich weiß es gibt auch eine Menge Mütter, die den Wechsel von 1 auf 2 Kinder weniger anstrengend finden als den von 0 auf 1. Grundsätzlich denke ich, wenn der Wunsch nach einem zweiten Kind da ist, dann sollte man dem auch folgen dürfen – irgendwie stemmt man das alles und die Kinder sind ja im Grunde nur kurze Zeit so klein, ab einem bestimmten Alter entspannt es sich wieder. 🙂

  3. Ich unterschreibe bei Nenu, was das Gefühl in der 2. Schwangerschaft angeht und ergänze um: ich habe total unterschätzt, wieviel stressiger es mit 2 Kindern ist und gleichzeitig rast die Zeit noch viel viel mehr.
    Übrigens war bei uns eher mein Mann pro Geschwisterchen. Aber nach einiger Überlegung waren wir uns dann einig und das wünsch ich dir auch bald!!!

  4. Sicherlich ist es mit mehr Kindern nicht einfacherer, aber man kann sich auch mit zwei oder drei Kindern Zeit füreinander nehmen, ist alles nur Einteilungssache. Und ich kann dir nur sagen, es ist toll wenn immer was los im Haus ist, ich kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen. Jedes Kind bringt dir eine andere Freude entgegen, es ist so toll und spannend ihnen beim aufwachsen zuzusehen…..da is alles andere unwichtig…. Verpasse nicht die Zeit, wenn du wirklich noch mehr Kinder haben möchtest, vielleicht bereust du es eines Tages. Aber es sollte natürlich auch gut überlegt werden, doch lass es nicht an Geld oder Zeit scheitern.

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