19+ Monate Mamasein

Ich kann nicht genau beschreiben, wie es mir geht.

 

Es gibt viele Momente mit der Lütten, da bin ich total glücklich, lache und tobe mit ihr. Mein Herz ist dann so voller Liebe zu ihr, ich könnte sie die ganze Zeit knuddeln (und tue es auch 😉 ). Wie sie sich in meine Arme wirft, wie sie mich anstrahlt, wie stolz sie ist, wenn sie mir helfen darf, wie sie mich mit „supa“ lobt, wenn ich ihre Windel in den Müll geworfen habe…

Mir kommen die Tränen in die Augen, wenn mir immer wieder klar wird: Das ist dein Kind und das wird es immer bleiben. Dieses wunderhübsche, kluge, neugierige kleine Mädchen gehört zu dir. Ich bin ihre MAMA.

Die Tränen steigen mir in den letzten Wochen generell leichter in die Augen. Da reicht eine Schreckensmeldung im Fernsehen, ein kleiner Streit mit Schatzi oder auch nur eine Werbung im Radio. Ich bin emotional grad sehr dünnhäutig. In beide Richtungen…

Bin ich glücklich? Ja doch, eigentlich schon. Aber in mir rumort und zwickt es.

Zwischen Schatzi und mir läuft es immer wieder sehr schön und dann bricht wieder ein Streit über irgendeine dumme Kleinigkeit aus, der dann schnell heftiger werden kann. Wir kennen uns seit fast 15 Jahren, da kennt man die jeweiligen Schwachpunkte leider sehr gut.

Er ist so ein toller Vater, der die Lütte wirklich abgöttisch liebt. Er spielt mit ihr, passt auf sie auf und jetzt Mitte November wird er sogar 4 Tage alleine mit ihr sein, damit ich zum Spieletreff kann. Wenn die Lütte nachts schreit oder spuckt, dann kommt er dazu und hilft mir. Egal wie spät es ist und egal wie vollgespuckt alles ist. Mit einer Engelsruhe bezieht er das Bett neu oder nimmt die Lütte auf den Arm und schaut sich Bilder und Poster an.

Ich werde in solchen Situationen grad etwas schneller unruhig. Klar nehme auch ich die Lütte in den Arm und beruhige sie, aber manchmal sitze ich dann auch weinend im Bett und weiss nicht weiter. Selten, aber eben doch ab und zu.

Die Lütte schläft endlich etwas besser. Im Moment geht sie abends mit einer Milchflasche ins Bett und ich sage Gute Nacht und setze mich dann in den Türrahmen und lese. Meistens ist sie dann nach 15 – 20 Minuten eingeschlafen. Manchmal turnt sie noch etwas rum, dann lege ich sie wieder hin. (Wenn ich mich neben ihr hinlege, dann dauert es erheblich länger…) Das ist so zwischen 19 und 20 Uhr. Mittlerweile schläft sie dann meistens 3 – 4 Stunden und dann immer (nach einer kurzen Beruhigung oder noch einer Nachtmilch zw. 2 und 4 Uhr) weiter im 4 – 5 Stunden-Takt.

Eigentlich bin ich dann auch müde. Aber wenn ich dann ins Bett gehe, habe ich kaum Zeit für mich gehabt an dem Tag. Für Schatzi schonmal garnicht.

Eigentlich müsste ich auch noch etwas Haushalt machen, das schaffe ich tagsüber mit ihr nicht. Aber ich möchte die Lütte nicht wecken. Klar ist es blöd, sich mit anderen zu vergleichen, aber bei denen sieht es manchmal alles so einfach aus. Bin ich zu faul? Zu doof zum organisieren? Warum kriege ich Haushalt, Kind, Arbeit und Garten nicht so hin, dass ich damit zufrieden bin? (Nicht perfekt, aber ganz gut…)

Schatzi ist leider nicht so sensibel, dass er spürt wenn ich Hilfe brauche. Das muss ich ihm meistens schon genau sagen. Das fällt mir aber schwer, denn immerhin arbeitet er 40 – 45 h pro Woche an meistens 6 Tagen…. Und er nimmt die Lütte ja schon immer wieder abends, damit ich zB duschen kann. Eine andere Hilfe haben wir nicht. Meine Mutter ist in der Beziehung nicht so die Oma, die ich mir gewünscht hätte.

 

Ich lasse mir generell nicht meine Gefühle anmerken und werde von anderen manchmal als abweisend oder hart angesehen. Schatzi spricht immer davon, dass ich mich in meinem Turm einmauere. Das ist aber nunmal meine Art, mit schwierigen Dingen umzugehen. Ich finde es nicht immer toll und würde manchmal auch einfach die Lockere, Lustige sein, die nicht an Verantwortung denkt.

 

Die letzten 6 – 7 Jahre waren hart für mich. Ich habe immer versucht, anderen eine Stütze zu sein und sich nichts anmerken zu lassen. Sei es mit meiner Schwiegermutter, die Scheidung (und der jetzige komplette Kontaktabbruch untereinander) meiner Eltern, der Kampf ums Kind (sowohl mit Schatzi, als auch die Behandlungen), das komische Verhalten meiner Schwägerin (kaum Kontakt, obwohl nah dran) und und und.

 

Jetzt ist die Lütte 19 Monate alt und braucht mich nicht mehr so sehr. (Klar, ich bin DIE MAMA, aber rein aufs überleben reduziert kommt sie besser klar, da sie abgestillt ist und selber essen kann usw.)

Ich habe immernoch die manchmal drückende Hauptverantwortung für die Lütte und ich liebe sie und würde sie um nichts in der Welt wieder hergeben. In meinen Träumen wünsche ich mir ja sogar ein zweites Kind (obwohl ich da immer mal wieder leichte Panik vor dem Gedanken bekomme).

 

Ach – Im Moment bin ich einfach unglaublich schnell gereizt. Ich finde das ganz schlimm, breche auch nicht selten gleich danach vor Schreck über mich selbst in Tränen aus, aber ich kann in diesen Momenten einfach nicht an mich halten.

Die letzten Wochen plagen mich immer wieder Kopfschmerzen, das trägt auch nicht zur Entspannung bei.

Ich habe das Gefühl, als ob ich jetzt selbst eine Stütze brauchen könnte. Wie ein Luftballon, aus dem die Luft entweicht…

 

Morgen habe ich ein Gespräch mit meiner Ärztin, vielleicht hat die ja einen Rat.

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Eine Antwort

  1. Ganz schön viel auf einmal. Kein Wunder dass man dann auch mal dünnhäutig ist und nicht nur auf Wolke 7 schwebt.
    Und du bist auch nicht zu doof und zu faul. Bei mir ists ähnlich frustriert mich auch manches mal ziemlich. Aber dann denk ich mir wieder mit kleinen Kindern ists halt einfach so. Ich glaub nicht das andere es unbedingt besser hinkriegen am Ende scheint das oft nur so.😄 ausserdem ist es ein Unterschied ob man grosseltern hat die einem wirklich unter die Arme greifen oder ob man echt allein damit dasteht.
    Alles gute für euch🌷🌼🌻🌺

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