Kategorie-Archive: Historie

Wo sind all die Kinder hin??

In meiner Kindheit wohnten wir in einer Spielstraße in einem Endreihenhaus mit schönem Garten. In unserem Garten stand eine große Sandkiste und ein kleiner Kletterturm mit Schaukel. Um uns herum haben viele gleichaltrige Kinder gewohnt, wir waren immer eigentlich ein ganzer Haufen an Kindern, die mal hier und mal dort gespielt haben. Heuschreckenartig quasi, je nachdem, wessen Mutter grade Eis gekauft hatte 🙂 .

In unserer Spielstraße gab es einen Spielplatz, der „langweilig“ war. Es gab eine grade Rutsche, eine quadratische Sandkiste, ein einfaches Klettergerüst und eine 2er-Schaukel. Ach und eine Wippe, alles brav eingezäunt. Dort gab es eine große Sandfläche, auf der wir „Länderkrieg“ gespielt haben. Ansonsten waren wir nicht so oft da. Aber wenn, dann immer gleich mit 6 – 8 Kindern. Hochtick konnte man da auch noch ganz gut spielen.

Etwas weiter weg (so ca 300 m vom Haus…) gab es einen zweiten Spielplatz. Dort gab es ein etwas anderes Klettergerüst und eine spaßige Wippe mit Drehtellern. Trotzdem waren wir dort eigentlich kaum. Keine Ahnung, vielleicht mochten wir die anderen Kinder dort nicht.

Wenn wir wirklich spielen und toben wollten, dann sind wir zum „großen“ Spielplatz gelaufen. Der war ca 500 m entfernt. Dorthin durften wir nur, wenn wir uns vorher abgemeldet haben. Dieser Spielplatz war klasse. Es gab ein Drehkarrussell, ein Reck, ein hohes Klettergerüst, eine Rutsche, einen geheimen Rundgang durchs Gebüsch, einen großen Stein zum raufklettern und eine hohe Palisadenwand aus runden Holzstämmen. Darauf saßen nur die großen Kinder, die kleinen konnten die 1,60 m Höhe noch nicht erklimmen. Außerdem gab es dort einen Hügel, auf den man hochklettern und mit den Rutschautos runterbrettern konnte. Hinter dem Kletterhügel war noch ein eingezäuntes Fussballfeld, darauf haben wir aber nie gespielt.

Auf diesem Spielplatz haben wir sehr viel Zeit verbracht. Es waren eigentlich immer Kinder da. Jedenfalls in meiner Erinnerung…

Ich weiss noch, dass wir mal „runterhüpfen“ gespielt haben, da war ich so ca. 8. Wir sind also vom Klettergerüst aus ca. 1,5 m Höhe in den Sand gesprungen. Mein Bruder war da 6 Jahre alt und ist ziemlich unglücklich aufgekommen. Er hat sich den Arm 2 x gebrochen und den Mundwinkel eingerissen. Es hat superviel geblutet und ich bin mit ihm zusammen weinend nach Hause gelaufen. Eltern waren damals keine auf dem Spielplatz und es hat uns auch sonst keiner aufgehalten oder geholfen. Mama und Papa sind uns schon entgegen gekommen. Mama hat ein Kind schreien gehört und war sich gleich sicher, dass das ihr Sohn ist.  Muttiintuition…

Das war der einzige Unfall, an den ich mich erinnere.

 

Warum ich das jetzt hier erzähle?

Seit Minnie laufen kann, verbringe ich gerne Zeit mit ihr auf Spielplätzen. Wir haben zwar einen Garten mit Sandkiste und Rutsche und viel Platz, aber ich mag einfach Spielplätze. Damit bin ich aber anscheinend eine aussterbende Spezies…

Vielleicht ist es nur hier in unserer Umgebung so, aber meistens sind wir die einzigen auf den Spielplätzen.

Manchmal kommen noch 1 – 2 Kinder kurz vorbei oder eine Mutti mit Kleinkind sitzt gelangweilt am Sandkastenrand.

 

WO SIND ALL DIE KINDER HIN???

 

Klar machen wir es uns auch mal Zuhause im Garten gemütlich, da ist ja auch Schatten und Essen und Trinken und ein Klo, aber Spielplätze sind doch toll – oder?

Wie seht ihr das?

Retro-Fundstück: 1981

Dieses Bild habe ich grad gefunden. Es ist ein Schwangerschaftstest aus dem Jahr 1981… Damit hat meine Mama festgestellt, dass mein Bruder unterwegs ist. Ich war da so 5 Monate.

Das Bild ist zwar etwas unscharf, aber man kann trotzdem das kleine Chemielabor sehen. Was für ein Aufwand…

Vor genau einem Jahr…

Letztes Jahr fiel an diesem Tag endlich der Startschuss für die 2. ICSI.

Ich hatte meine Tage bekommen und durfte mich in der Klinik melden.

Wie aufgeregt bin ich gewesen. Wie ängstlich.
Noch mehr Spritzen diesmal. Noch mehr Untersuchungen.
Im Endeffekt waren 2 befruchtete Eizellen übrig, die mir beide eingesetzt wurden.

Eine ist geblieben und liegt grad neben mir und lächelt im Schlaf.

Ach mein geliebtes kleines Schnuffelbaby!

2012 – irgendwie muss es weitergehen

Das Jahr 2012 war für mich ein Jahr um wieder zur Ruhe zu kommen – irgendwie. Die Amitryptillin-Tabletten hatte ich relativ schnell wieder abgesetzt, da sie meine Gefühle zwar beruhigen, mich aber in der Persönlichkeit auch ruhigstellten.

Wir begannen als Paar wieder zueinander zu finden. Ich fühlte mich im Haus wieder „zuhause“, hatte nicht jedesmal wieder Angst, nach Hause zu kommen und meine gepackten Koffer zu finden mit der Bitte auszuziehen, oder zitterte bei jedem Telefonanruf, bei jeder Abwesenheit meines Mannes lief das Kopfkino.

Ich kämpfte dagegen an. Kämpfte für mich.

Im November 2011 hatte ich nach einem Streit endlich die Kraft mich von meinem zwar sicheren, aber absolut schlechtbezahlten und schlechtbehandelten Job zu lösen. Nach einer Diskussion in der mein Chef mein Gehalt kürzen wollte (ich sollte mir in Zukunft die Verantwortung für ein Projekt mit einer Kollegin teilen, würde also nicht mehr die alleinige Verantwortung tragen und daher würde ich auch keinen „Bonus“ mehr verdienen. (das ich dieser Kollegin komplett Excel, Word, Powerpoint und sonstiges vorher beibringen müsste, hat er mal glatt unter den Tisch fallen lassen)), die im Endeffekt in Tränen endete (der Geschäftsführer, der Prokurrist und der Abteilungsleiter saßen mir gegenüber und haben auf mich eingeredet („wir verstehen, dass sie das jetzt noch nicht als positiv sehen, aber wenn sie zuhause noch mal darüber nachdenken…“)) fuhr ich nach Hause und ließ mich krankschreiben.

Für die nächsten 4 Monate blieb ich zuhause – ich war einfach fertig, körperlich, nervlich und überhaupt.

Dazu kam immernoch das kümmern um meine Schwiegermutter. Ihr Zustand war jetzt „stabil“ was im Endeffekt bedeutete, dass er sich zwar nicht verschlechtern, aber eben auch nicht mehr bessern würde. Jeden Freitag waren wir mit „Babysitten“ dran damit mein Schwiegervater ein bischen Zeit für sich hatte, verbrachten wir den Freitag nachmittag und abend bei ihr.

Im März 2012 wurde der Sohn von seinem Bruder geboren und machte damit auch diese Seite zu Großeltern. (Meine Eltern waren ja schon 2007 mit der Geburt meines ersten Neffen zu Großeltern geworden)

Im März 2012 begann ich auch eine neue Arbeit. Nachdem ich den sicheren Job über 7 Jahre behalten hatte (eigentlich nur wegen des Festvertrages und der Kinderwunschbehandlung) musste ich jetzt wieder neu mit einem 18 monatigem Vertrag beginnen. Die Arbeit machte mir Spaß, ich wurde gefördert, gelobt und die Kollegen waren qualifiziert und engagiert.

Im April 2012 informierte mein Bruder uns, dass es „einen kleinen Unfall gegeben hätte“ und das Ende Dezember das dritte Kind kommen würde.

Im Mai 2012 setzte ich die Pille ab mit Absprache meines Mannes. Ich hatte mich schon seit längerem damit nicht mehr wohlgefühlt. Die Chance spontan schwanger zu werden lag zwar auch ohne Pille bei unter 0,1 %, aber es war mehr als ein absolutes 0% mit Pille. (ja ich weiß, auch die Pille ist nicht 100% sicher, aber in meiner Rechnung kam ich damit nicht mehr klar)

Es folgte eine kurze Abbruchblutung und danach nichts mehr. In dem Moment war ich noch so entspannt wie möglich. Der Kinderwunsch war zwar immer noch da, aber eben im Hintergrund. Erst kam die neue Arbeit, dann wenn ich irgendwann im September 2013 auch dort einen Festvertrag hätte würde ich wieder mit der Behandlung anfangen. Bis dahin hätte ich dann auch meinen Mann davon überzeugt…

Im Sommer 2012 wurde eine Freundin von mir schwanger. Sie erzählt es mir nicht direkt sondern ihr Mann erwähnte es meinem Mann gegenüber. Bisher hatte sie immer gegen Kinder gewettert, wollte nie welche, weil die Figur damit ja ruiniert würde und man dann ja komplett vom Mann abhängig würde. (im nachhinein erzählt sie mir dann irgendwann, das es 2 Jahre gedauert hätte und sie auch Probleme mit der Schilddrüse gehabt hätte) 

Im August 2012 löste ich nach Absprache mit meinem Frauenarzt einmal die Regel mit Chlormadinon 2mg über 10 Tage aus.

Ich informierte mich ein bischen über Homöopatische Mittel. Einige Male war ich auch bei einer Homöopathin, diese wollte aber erstmal meinen Körper von Grund auf neu reinigen und gab mit nach seltsamen Ausbalancieren einige Mittel, deren Wirkung ich nicht nachvollziehen könnte. Das war nichts für mich. Im Internet durchsuchte ich mehrere Foren, fand Ovaria Comp für mich sehr passend, genau wie Bryophyllum und nahm diese ein. Da ich auch mit Ovu-tests keinen Eisprung identifizieren konnte, blieb es meistens bei Ovaria Comp.

Im November kam es zu einem erneuten Streit zwischen meinem Mann und mir. Auf einem Konzert lieferte ich ihm eine Szene. Ich fühlte mich unbeachtet, ungeliebt war eifersüchtig auf die dritte (eine Freundin mit der sich mein Mann eben auch gut versteht war mit dabei) und der Abend endete damit,  dass wir das Konzert verliessen und nach Hause fuhren.

Ich war schon öfter eifersüchtig auf eben diese Freundin gewesen. Obwohl sowohl er als auch sie mir erzählten, dass dort nie etwas gelaufen wäre und laufen würde, knirschte ich teilweise mit den Zähnen vor Wut wenn er mit ihr telefonierte oder sich mit ihr traf. Egal ob ich dabei war oder nicht, ich war sauer.

Nun also der Streit im Konzert. Wir fuhren nach Hause und wussten nicht weiter, wiedereinmal.

Unsere Hausärztin schrieb uns eine Woche krank, wir suchten uns Hilfe bei einer Eheberatung. In den folgenden Wochen gingen wir ca. 1x pro Woche zu einer netten älteren Frau und ließen sie unser Verhalten vorhalten, reflektierten unsere Gefühle und ich fühlte mich endlich einmal verstanden und ernst genommen. Leider mussten wir diese Sitzungen selber zahlen. Mit 80€ pro Stunde könnten wir uns das nicht allzulange leisten, doch im Moment war es hilfreich und wichtig für uns.

So endete 2012. Keine Kinder, keine stabile und sichere Beziehung.

Meine Schwiegereltern und wir – neverending Story

Das Jahr 2011 ist im Endeffekt ein Horror-Jahr für mich und uns gewesen:

Meine Schwiegermutter hatte im Januar einen Schwächeanfall. Sie fiel im Badezimmer um, knallte auf den Badewannenrand. Trotz Operation, Reha-Maßnahmen und einem Krankenhausaufenthalt von über einem halben Jahr stand am Ende fest dass sie ab den Schultern querschnittsgelähmt bleiben würde. Sie kann die Arme ein bischen anheben und den Kopf drehen, das ist alles was von der bis dahin sportlichen Frau übrig blieb. Emotional ist sie völlig fertig, die Familie ebenfalls. Viel geredet wurde in der Familie noch nie, über Probleme schon garnicht. Daher wurde auch nie eine psychologische Beratung zu Hilfe genommen oder sich mal mit allen an den Tisch gesetzt um die nötigen Umbaumaßnahmen im Haus und das weitere Vorgehen zu planen.

Wir haben immer wieder Hilfe angeboten, entweder beim Umbau oder im Haushalt, aber es wurde nicht angenommen. Über ein halbes Jahr hinweg sind wir jedes Wochenende in die 1,5 h entfernte Klinik gefahren, haben uns dort durch die ca. 2 h Besuchszeit gequält und uns dann auf dem Heimweg vor lauter emotionaler Berg-und Talfahrt regelmäßig gestritten.

Die Beziehung von meinem Mann zu seinen Eltern war nie wirklich eng. Wir sind VORHER (es gab in den Erzählungen jetzt immer ein VORHER und ein NACHHER) mal zum Sonntagessen hingefahren, oder zum Geburtstag, Weihnachten, Ostern, aber richtige gemeinsame Unternehmungen waren sehr sehr selten. Sein Vater hat uns viel beim Umbau unseres Hauses geholfen und sie haben auch vieles davon bezahlt, aber sie sind uns nie richtig nahe gewesen.

Sein Vater möchte immer alles „Hauptsache fertig“ machen, mein Mann (wenn er denn schon mal was macht) dann „alles ganz genau“. Zudem ist mein Mann beim gemeinsamen Arbeiten immer nur „Azubi“ oder „Zuarbeiter“ aber nie als gleichwertig angesehen worden.

Ich bin vom Typ her meiner Schwiegermutter nicht sehr ähnlich. Sie liebt Deko und hat VORHER das ganze Haus mit viel Krams und jahreszeitlich passend geschmückt. (NACHHER musste das mein Schwiegervater unter ihrer Aufsicht machen) Ich dekoriere eher sparsam und lasse meine Deko das ganze Jahr hängen. Ich habe keine Osterdeko und außer einem Adventskranz keine Weihnachtsdeko. Irgendwie mag ich das bei mir nicht so. Ich gehe nicht gerne shoppen, lese auch manchmal einfach ein Buch obwohl der Garten gemacht werden müsste. Ich schaue nicht viel fernsehen und kann daher auch nichts zu DSDS oder GZSZ sagen.  Ich mag Katzen und deshalb haben wir jetzt 3 Stück, sie hat Angst vor Ihnen (das wusste ich vorher nicht) und lässt schon mal gehässige Bemerkungen über sie fallen („lasst sie doch einfach raus, dann werden sie plattgefahren und ihr habt eure Ruhe“ – Ich hatte über das morgendliche nach Futter betteln gewitzelt).

Sie ist eine richtige Hausfrau gewesen, mit Landfrauenclub, mit Tanzgruppe, die nie richtig gearbeitet hatte (mal ein paar halbe Tage), wegen der Kinder und weil sie es auch nicht brauchte. Bildung ist ihr nicht wichtig. Ich selber habe nach dem Abitur eine Ausbildung gemacht und danach immer gearbeitet. Daher habe ich weniger Zeit für den Haushalt, erwarte von meinem Mann Mithilfe und kann keine Handarbeiten.

Der jüngere Bruder von meinem Mann hatte schon immer besseren Kontakt zu seinen Eltern. Er hat lange Zeit nach seinem Auszug dort noch seine Wäsche gewaschen (Korrektur: Waschen und bügeln lassen), ist mit Mutti einkaufen gewesen, hat mit ihr Schuhe und Kleidung ausgesucht, regelmäßig dort gegessen und war zufrieden, beim gemeinsamen Arbeiten den Hammer zuzureichen. Seine Mutter hat seine erste Wohnung im Prinzip eingerichtet. Er war ins Dorfgeschehen eingebunden, hat im Spielmannszug mitgemacht und bei den Dorfabenden ordentlich einen getrunken. Hatte er mal eine Freundin, verschwand er für diese Zeit und meldete sich meistens garnicht mehr. Danach kam er dann wieder zurück und brachte seine Wäsche vorbei.

Irgendwie war mein Mann immer „das schwarze Schaf“. Er hatte kein Interesse fürs Dorfleben, ist lieber mit älteren Freunden in Diskotheken gegangen, nach Hamburg, Flensburg, Kiel oder noch weiter. Gespräche mit seiner Mutter über das Dorfgeschehen fand er doof, Spielmannszug und Dorfabende sowieso. Sobald er ausgezogen war (und damit mit mir zusammengezogen), haben wir selber Wäsche gewaschen, selber Klamotten und Schuhe gekauft und die Wohnung nach unserem Geschmack eingerichtet.

Meine Schwiegereltern haben ab und zu angerufen um uns zu erinnern, dass der Rasen gemäht werden müsste (also unser Rasen!), das die Mülltonne rausgestellt werden muss, dass ich immer noch die Plastikweihnachtssterne am Fenster hätte usw.

Bitte nicht falsch verstehen: ich mochte (und mag) meine Schwiegereltern. Sie sind liebe und gute und nette Menschen, die immer nur das Beste für ihre Kinder wollten. Aber ich kann einfach persönlich nicht so viel mit ihnen anfangen. Wir waren nie mal im Zoo, Schifffahren, im Theater, Musical oder sonstiges wie mit meinen Eltern.

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Die Situation war also VORHER schon nicht einfach und innig und nun gab es ein NACHHER. Mein Schwiegervater hatte das Haus umgebaut, meine Schwiegermutter kam im August 2011 nach Hause und saß entweder im Rollstuhl oder lag im Bett.  Sie bekam Pflegestufe 3 und musste gefüttert, angezogen, gewaschen, gekämmt und gepflegt werden. Dazu war sie emotional einfach völig fertig, sie hat viel geweint, wollte dass wir sie einfach ins Wasser werfen, damit sie uns keine Last mehr ist usw. Ein Pflegedienst kam von nun an jeden Tag, Physiotherapeuten und Ärzte ebenfalls öfter im Monat.

Mein Schwiegervater war ab dann für den Haushalt zuständig, fürs Essen, waschen, saubermachen, den Garten, die Arztfahrten, die Beschaffung der benötigten Hilfsmittel. Die angebotene Hilfe von uns wollte er nicht.  

Für meinen Mann war damals die Welt auf den Kopf gestellt worden. Seine Eltern, die ihm immer wieder geholfen hatten, sei es finanziell oder beim Umbau, brauchten jetzt selber Hilfe, akzeptierten unsere Angebote aber nicht.

Es ist schwer zu beschreiben, wie es damals (und immer noch) für ihn gewesen ist. Auf jeden Fall trug der Unfall und die daraus resultierenden Umstände erheblich zu unserer Trennung im Mai 2011 bei. Er brauchte Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Ein Kind war für ihn undenkbar fern, zumal mein Schwiegervater selber auch nicht mehr der jüngste und fitteste ist und im Prinzip auch in der nächsten Zeit ausfallen könnte. Dann müssten er (und sein Bruder) mit der Pflege helfen und Verantwortung übernehmen. Es würde sehr viel Aufwand, Geld und Nerven kosten – und dann noch ein Kind?

Sein Bruder hatte nicht so viele Bedenken, Mitte des Jahres verkündete er die frohe Nachricht, dass seine Freundin schwanger wäre. Zu dem Zeitpunkt waren sie gerade einmal 6 Monate zusammen. Den Spruch „wir hätten ja garnicht gedacht, dass es so schnell klappt“ hätten sie sich sparen können.

Von unserem (meinem) Kinderwunsch und den Bemühungen wusste er Bescheid, zwar nicht in vollem Ausmaß, aber der feinfühligste war er noch nie.

Ich habe ziemlich viel geheult in diesem Jahr. Unter den Amitryptilin-Tabletten wurde ich zwar ruhiger, aber wirklich gut ging es mir glaube ich das ganze Jahr nicht. Insofern war ich froh, als das Jahr zuende ging.

Das Jahr 2011

Das Jahr 2011 ging weiter, wie das alte aufgehört hatte.

Die neue Ärztin im Endokrinologikum und ich waren uns nicht ganz grün, ich begann mich dort nicht mehr so wohl zu fühlen.

Statt Puregon-Spritzen (mit denen ich eigentlich meistens 1 Eibläschen hatte), wollte sie wieder mit Clomifen-Tabletten weitermachen.

Diese Tabletten habe ich mehr oder weniger schlecht vertragen. Teilweise hatte ich Hitzewallungen wie eine Frau in den Wechseljahren.

Die Erfolge blieben dementsprechend auch bescheiden. Es wuchsen kaum Eibläschen, kaum Eisprünge und ich bekam meine Tage nicht. Wenn das der Fall war, musste wieder mit der Einnahme von Cyclo-Progynova ein neuer Zyklus angeschoben werden. Das bedeutete dann wieder 3 Wochen Tabletteneinnahme und wenn dann die Blutung kommt wieder Clomifen.

Die Wartezeit zwischen den einzelnen Versuchen war für mich teilweise unerträglich. Ich war schlecht gelaunt, hatte keine Lust mehr irgendwelche Pläne zu machen („und was ist, wenn ich dann schwanger bin, dann müssen wir das alles wieder absagen“), mochte auch auf Feiern keinen Alkohol trinken, auf keine Konzerte, war ständig gereizt und wütend, die Schwangerschaften von Bekannten, Freunden und Verwandten ließen mich in Tränen ausbrechen die sich auch nur schwer wieder  trocknen ließen –> die Kinderwunsch-Kralle hatte mich fest im Griff.

Im März waren mein Mann und ich im Urlaub. Ich habe dort eine ernste Warnung von ihm bekommen, dass ich mich nicht zu sehr in den Kinderwunsch hineinsteigern soll. Kurz vor dem Urlaub war eine geplante Insemination gescheitert, da das Clomifen wieder einmal nicht gewirkt hatte.

Seine Warnungen und Vorschläge habe ich damals leider nicht richtig ernst genommen. Ich litt selber unter meiner Stimmung und habe mir immer wieder vorgenommen, ruhiger zu werden.

Im Mai 2011 kam dann der große Knall. Mein Mann sagte mir, dass er so nicht mehr weitermachen kann und möchte.  Er meinte, dass er SO keine Kinder haben möchte und sich generell nicht sicher sei, ob er ÜBERHAUPT welche haben möchte und ob er im Moment überhaupt MIT MIR zusammensein möchte.

Das war heftig für mich. Ich konnte mich doch nicht zwischen einem Kind und meinem Mann entscheiden müssen????

Wir haben uns damals eine Auszeit von einer Woche genommen, in der wir beide über die Zukunft nachgedacht haben.

Am Ende waren wir uns sicher, wir wollen zusammenbleiben, wir wollen zusammenleben, wir wissen nur noch nicht wie. Ich wollte Kinder, er in dem Moment nicht.

In der ersten Hälfte von 2011 haben wir auch sonst viel Streß gehabt (siehe den nächsten Artikel über meine Schwiegereltern), es war nicht die beste Zeit zum Kindermachen. Im nachhinein hätte ich in diesen Monaten vielleicht eine Pause von dem KiWu einlegen sollen, aber damals war die Situation mit meiner Schwiegermutter noch nicht klar und meiner Hoffnung nach war das Kind ja nur ein paar Wochen entfernt und wenn ich jetzt nicht weitermache, dann vielleicht nie mehr…

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Das Jahr 2011 ging dann damit zu Ende, dass ich wieder mit der Pille Belara angefangen habe, um wenigstens diese „Baustelle“ ruhigzulegen.

Ich bekam wieder Spannungskopfschmerzen und im Endeffekt Amytriptilin in geringer Dosis verschrieben.

Ich musste endlich wieder zur Ruhe kommen!

Das Jahr 2010

Das darauffolgende Jahr war für mich schwierig.

Der Plan „wir bekommen ein Kind“ hatte durch die erste Kinderwunschtherapie und die Ausschabung die ersten Risse bekommen. Wer soetwas noch nicht durchgemacht hat, kann sich nicht vorstellen, wie schmerzhaft und schwierig das ist. Durch die Hormongaben wird der Körper und die Psyche völlig aus der Bahn geworfen. Es ist ein ständiges auf und ab der Gefühle.

Zudem war (und ist) mein Mann nicht mit der gleichen Zielstrebigkeit beim Kinderwunsch dabei. Er möchte Kinder und er denkt auch, dass wir das gut schaffen würden, aber er sieht nicht die Notwendigkeit der Hilfestellung. Eine richtige künstliche Befruchtung (ISI, ISCI usw.) lehnt er bisher ab. Er macht tapfer mit, hat sich ebenfalls untersuchen lassen und steht hinter mir, für ihn ist das alles aber nicht das große Thema.

Auf der einen Seite macht mich das manchmal wahnsinnig wütend, auf der anderen Seite bringt er mich immer wieder dazu, ruhiger zu werden, mich zu entspannen und meine quälende Ungeduld zu besiegen (nicht immer…)

Wenn ich im weiteren von „Ich“ und „meine“ spreche, sind trotzalledem immer wir beide gemeint. Da dies aber mein Blog ist, spreche ich nur von mir.

So, das Jahr 2010…

Nachdem sich die Werte im Januar wieder stabilisiert hatten, habe ich angefangen, mich über ein paar Homöophatische Mittel schlau zu machen.

Ich hatte Alchemilla Urtinktur, Bryophyllum, Ovarium Comp, Pulsatilla usw., dazu habe ich wieder mit einer Behandlung mit Puregon-Spritzen weitergemacht. Mit der ersten Spritze, die ich mir selber in den Bauch spritzen musste, habe ich glaube ich 15 Minuten im Badezimmer verbracht. Die Zweite ging dann schneller und dann war alles kein Problem mehr. Zusätzlich kam eine Spritze Ovitrelle zum Eisprungauslösen, Crinone danach 10 Tage lang (wer es kennt, weiß warum das so unangenehm ist)

Ich hatte blaue Flecke am Bauch von den Spritzen, dazu die blauen Flecke in den Armbeugen von den ca. 2-wöchigen Blutabnehmen beim Endokrinologikum, dazu Ringe unter den Augen vom manchmal schlecht schlafen… So eine Kinderwunschzeit kann sehr anstrengend sein!!

Alle Mittel haben mal besser, mal schlechter gewirkt. Zu guten Zeiten war im Kontrollultraschall eine, vielleicht zwei Eizellen zu sehen, in schlechten Monaten keine.

Im Juni 2010 hatte ich einen erneuten positiven Bluttest – SCHWANGER

Leider hat sich dieser kleine Glücksstreifen schnell verflüchtigt, als eine biochemische Schwangerschaft festgestellt und eine Woche später durch eine Blutung beendet wurde.

Auch hier habe ich kein Bild bekommen.

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Im August 2010 wurde eine Gebärmutterspiegelung durchgeführt. Diese hat aber keine neuen Erkenntnis gebracht, wenigstens dort ist alles normal und gut.

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Im Oktober 2010 wurde das Blut auf Genmutationen usw. untersucht. Da wurde alles ausgeschlossen. In der Beziehung bin ich also gesund.

19.11.2009

Schlechte Neuigkeiten

Ich hatte gestern eine Ausschabung , weil der Krümel seit der 6. Woche nicht mehr gewachsen ist.

Also müssen wir weiter üben…

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27.04.2013

Gedanken zu dem damaligen Eintrag von mir:

Ich habe von diesem ersten Krümel keinen Herzschlag gesehen, kein Bild bekommen und keinen Mutterpass. Naja, es war ja auch sehr früh.

Die Zeit nach dieser Ausschabung war für mich schwer. Ich hatte lange auf diesen Moment gewartet, immer wieder gezittert und gehofft. Dann endlich das erlösende „positiv“ von den Ärzten. Der erste Ultraschall mit dem Bläschen zu sehen. Das Zittern im Blick meines Mannes, wie ein kleiner Junge hat er sich davor gleichzeitig gefürchtet und sich gefreut. Die strahlenden Augen meiner Mutter, als ich ihr davon erzählt hatte (ich könnte soetwas meiner Mutter nie erst nach der 12. Woche erzählen…) und ihre Umarmung, als ich ihr dann von dem niederschmetterndem Ultraschall erzählt habe.

Im nachhinein bin ich sehr naiv an die ganze Kinderwunschsache herangegangen. Warum auch nicht. Ich war jung, gesund und wollte schon immer Kinder.

So ging also das Jahr 2009 für uns zu Ende.

Nach der AS musste ich warten, bis alle Werte wieder im Normbereich waren, bevor ich auch nur an eine Weiterbehandlung denken könnte.

Aber ich war mir sicher, dass es weitergeht. Irgendwie würden wir unseren Wunschkrümel bekommen.  Jetzt musste ich nur noch einen Weg finden, der für uns beide tragbar ist.

30.10.2009

Ich war heute bei meiner FÄ und wir haben auf dem Ultraschall ein wunderschönes kleines Pünktchen gesehen!! Nach 2 Jahren!!!
Ich bin jetzt also in der 6. Woche.

Meine Hindernisse:

Festgestellte Probleme: PCO, Insulinresistenz, Schilddrüsenunterfunktion, Übergewicht (ok, das wusste ich vorher auch schon), mäßiges SG von meinem Mann

Behandlung:

März 2008: Auslösen der Mens mit Primolut No 9 –> abwarten, ob die Mens von alleine kommt

seit Juni 2008: Metformin (anfangs 1 x 500, zuletzt 2 x 850)

August 2008: Pause machen und Hormonstatus stabil halten (mit CycloÖstroginal 1 x täglich)

Oktober 2008: weiter Metformin nehmen, Dosis steigern

Dezember 2008: Mens auslösen mit Primolut, vom 3.-7. tag der Mens dann Clomifen (1 x 50mg)

Januar 2009: Clomifen hat noch nicht gewirkt

Ende Januar: wieder auslösen durch Primolut, dann vom 3.-7. Tag Clomifen 2 x täglich

9.2.: das erste Einbläschen

13.2. Ovitrelle Spritze, um Eisprung auszulösen = die erste echte Chance !!!

März: nicht geklappt, vom 3.3. an, wieder Clomifen 2 x täglich

Mitte März: Clomifen nicht angeschlagen, kein Eibläschen entwickelt

ab 20.3. 1 x Norehisteron 5mg abends täglich

Mein Mann bekommt Orthomol fertil 1 x täglich

April – Juni: Pause. Hormonpräparat in dieser Zeit: Femoston

21.-30.Juli 2009: 1 x 50E Puregon abends spritzen

31.7. mit Ovitrelle Spritze Eisprung auslösen = die 2. Chance!!

nicht geklappt, ab 26.8. 1 x 66 E Puregon spritzen täglich

1.9. mit Ovitrelle Spritze Eisprung auslösen = 3. Versuch !!

nicht geklappt

ab 16.9. 1 x 66 E Puregon pro Tag spritzen
ab 25.9. 1 x 81 E Puregon
ab 30.9. 1 x 100 E Puregon

4.10. Laut der Ärztin ein „freiwilliger Eisprung “ ohne Medikamente
ab 6.10. morgens 1 x Crinone für 11 Tage vaginal einnehmen

19.10. Blutentnahme
20.10. Blut-Ergebnis: Positiv !!!

ab sofort kein Metformin mehr!
Folsäure und L-Tyroxin 75 weiterhin.

30.10. Ultraschall Blutentnahme

kleiner Krümel zu sehen, die Blutergebnisse sind super!!!

Jetzt sitze ich hier am PC mit einem seligen Lächeln im Gesicht und freu mich!!!!!!

In 10 Tagen ist der nächste Termin, dann kann man auch schon den Herzschlag hören.

Also, wie ihr seht, ist der Weg zwar anstrengend (körperlich und physisch) aber es geht!

Mein Vorteil war, dass mich meine Frauenärztin direkt nach ihrem ersten Verdacht an das Hormonzentrum überwiesen hat und nicht erst lange rumdoktern wollte.

Kleine Hormon-Pausen zwischendurch mussten sein, sonst hätte das bei uns vielleicht noch richtig gekracht. Der Hormonhaushalt geht schon ziemlich auf und ab.

Gegen „Ende“ sah mein Tag so aus:

Morgens: 1 x L-Thyroxin 75, 1 x Crinone, 1 x Metformin 850
Abends: 1 x Folio, 1 x Metformin

und dabei soll man versuchen, das ganze locker zu sehen, sich keinen Streß zu machen und nicht so viel darüber nachdenken…

20.10.2008

Ich bin grade ein bischen unten und fast am heulen. Habe gerade hintenrum erfahren, dass mein jüngerer Bruder wahrscheinlich demnächst ein zweites Kind haben will. Wenn die jetzt das zweite Kind bekommen und ich noch nicht mal eins, dann weiß ich nicht, wie ich mich dann darüber freuen soll.
Beim ersten wars schon schwer…

naja, noch ist nichts passiert, es ist nur erschreckend, wie so eine Nachricht mich dann wieder traurig macht.

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